Atlas zum Wiederaufbau

Altes Schloß Schleißheim Oberschleißheim // Residenzen, Schlösser und Burgen

Zerstörung: 19.07.1944
Wiederaufbau: 1964-1986

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Baugeschichte

• 1616 - 1623: durch Heinrich Schön d.Ä. für Herzog Maximilian I. errichtet
• strenger Rechteckbau mit Krüppelwalmdach, in der Mittelachse von einem übergiebelten Saaltrakt durchkreuzt
• südlich die Wilhelmskapelle, westlich der Ehrenhof mit Torturm und zwei weitere Wirtschaftshöfe
• im Hauptbau Stuck von Isaak Bader und Fresken von Peter Candid (bis 1623)

Schäden

• schwere Schäden:
 - 19. Juli 1944: durch Sprengbomben Ostseite des Hauptbaus aufgerissen, der Mittelsaal zur Hälfte, vier weitere Räume total zerstört
 - erneute Bombenschäden an derselben Stelle sowie Zerstörung des südlichen Hofguttraktes und des ehemaligen Küchentraktes
 - Witterungsschäden wegen mangelnden Bauunterhalts

Wiederaufbau

• 1964: erst jetzt Notbedachung der Ruine des Hauptgebäudes durch das Bauamt der Bayerischen Schlösserverwaltung
• 1970: Abbruch mit Ausnahme der Treppentürme und der Saalwestwand bis zur Kellerdecke
• 1970 - 1974: äußerer Wiederaufbau in historischer Form
• 1985 - 1986: Rekonstruktion des Mittelsaales
• bis 1986: Nutzungskonzept für den Schlossbau im Zuge des Wiederaufbaus:
 - äußerlich in historischer Form wiederhergestellte Nordosttrakte
 - Museum neuerer religiöser Volkskunst aus aller Welt (Sammlung Gertrud Weinhold) in den Räumen des Nordflügels
• bis 1989: Wiederherstellung der Südräume (noch in der Ruine waren sämtliche Stuckmotive vermessen und abgeformt worden), daher heute das Raumgefüge halbseitig im Südflügel wieder erlebbar (bis auf die verlorenen Deckenbilder und älteren Farbfassungen)

Literatur

BESELER, Hartwig / GUTSCHOW, Niels: Kriegsschicksale Deutscher Architektur. Verluste - Schäden - Wiederaufbau. Eine Dokumentation für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, Band II: Süd, Neumünster 1988, S. 1463 f.

INTERNET:
http://www.schloesser-schleissheim.de/deutsch/alt_schl/bauges.htm (06.03.2009)