Atlas zum Wiederaufbau

Gersthofen

Kurz vor dem Einmarsch der US-Truppen am 27.04.1945 kam es zu heftigen Tieffliegerangriffen. Bis 1950 ließen sich 1.180 Heimatvertriebene im Ort nieder (6.528 Einwohner insgesamt). Die Nähe zu Augsburg förderte ein starkes Wachstum, bis 1968 wuchs die Bevölkerungszahl auf 15.026 an. Es kam zu einer regen Bautätigkeit, neue Industrie- und Wohngebiete entstanden rund um das alte Dorf.

Angriffe

• April 1945: schwere Tieffliegerangriffe und Artilleriebeschuss unmittelbar vor dem Einmarsch der US-Armee

Tote und Verletzte

• vor bzw. am 27. April 1945: 6 Tote

Schäden

• durch Fliegerangriffe, Artilleriebeschuss und Sprengungen vor bzw. am 27. April 1945:
 - 18 Totalschäden an Gebäuden
 - 30 schwere sowie 85 mittlere und leichte Gebäudeschäden

Kriegsende

• vor 27. April 1945: Sprengung der Eisenbahnbrücke über die Autobahn, der Autobahnbrücke über den Lech und der eisernen Lechbrücke durch deutsche Truppen
• 27. April 1945:
 - Einmarsch der US-Armee
 - Übergabe des Ortes durch Dr. Hermann Neussell und Thomas Dembinsky in der Kirchstraße

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 4.584
1946: 5.928
1954: 8.164
1955: 8.480
1961: 10.783
1968: 15.026
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• 1943: Bau einer Behelfsheim-Siedlung für Fliegergeschädigte (v.a. aus Augsburg) in Nähe der Autobahn, des Erlenwegs und der Hochlandstraße
• nach Kriegsende: Organisation der Flüchtlings-Unterbringung durch das gemeindliche Wohnungsamt (Leitung: damaliger zweiter Bürgermeister Josef Bogner)
• 13. September 1950: 1.180 Heimatvertriebene (6.528 Einwohner insgesamt)

Wiederaufbau

Umsetzung:

• 1949:
 - Umbau des Straßerbräu-Anwesens
 - Einweihung des neuen Rathauses
• 1950:
 - Inbetriebnahme der wiederhergestellten Autobahnbrücke über den Lech
 - 21. August 1950: Erhebung Gersthofens zur Marktgemeinde
 - Instandsetzung der Pestalozzischule
 - Umbau des ehemaligen Rathauses am Kirchplatz zur St.-Jakobs-Schule
 - Umgestaltung des Turn- und Sportplatzes
• 1952:
 - Einweihung des mit finanzieller Unterstützung der Marktgemeinde Gersthofen erbauten Arbeiterwohlfahrt- (AWO-) Altersheimes in der Kreuzstraße 3
 - Errichtung der Adalbert-Stifter-Siedlung der Heimatvertriebenen an der Bergstraße
• 1953:
 - Bau der „Pendlersiedlung“ mit Hochhaus im „Mittleren Esch“
 - Neubau der Donauwörther Straße
 - Kanalisation der Donauwörther- und eines Teils der Augsburger Straße
 - Umbau der alten Straßerbräu-Wirtschaft zur Gaststätte „Goldener Adler“
• bis 1954:
 - Erweiterungsbauten am Wasserwerk
 - Ergänzung des Wagenparks des Omnibusbetriebes

Literatur

EBERLEIN, Hans: Gersthofen, Werden und Wachsen eines Gemeinwesens, Augsburg 1954.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1952. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1952, S. 500.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 19.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 19.