Atlas zum Wiederaufbau

Goldbach

Seit 1940 kam es zu mehreren Luftangriffen, dabei wurden etwa 100 Gebäude beschädigt. Nach Gefechten wurde der Ort am 02.04.1945 von US-Truppen besetzt. Während des Krieges waren Evakuierte aus ganz Deutschland in Goldbach untergebracht worden, seit Dezember 1945 wurden auch Heimatvertriebene im Ort untergebracht. Die Einwohnerzahl stieg bis 1968 auf 7.835 (1939: 4.198). Ab den 1950er-Jahren wandelte sich Goldbach von einem landwirtschaftlich zu einem gewerblich geprägten Ort.

Angriffe

• 27./28. September 1940: Abwurf von 5 Sprengbomben auf die „Aschaff-Wiesen“ während eines Luftangriffs auf Aschaffenburg
• 01./02. April 1945: Abwurf von 3 Bomben auf Goldbacher Gemarkung während der Bombardierung der Eisenbahnlinie Aschaffenburg-Würzburg
• 14. Oktober 1943: Abschuss von 3 alliierten Flugzeugen über Goldbacher Gemarkung bei deren Anflug auf Schweinfurt
• 12. September 1944: Abwurf von 10 Sprengbomben über Goldbach
• 21. November 1944: Abwurf von Bomben über Goldbach während eines Luftangriffs auf Aschaffenburg
• 12. Dezember 1944: Abwurf von Bomben über Goldbach während eines Luftangriffs auf Aschaffenburg
• 03. Januar 1945: Abwurf von Bomben über Goldbach während eines Luftangriffs auf Aschaffenburg
• 21. Januar 1945: Luftangriff auf Goldbach (Abwurf von Spreng- und Brandbomben) während des größten Luftangriffs auf Aschaffenburg
• März 1945:
 - US-Tieffliegerangriff auf Bauern bei der Feldarbeit
 - US-Tieffliegerangriff auf einen Munitions- und Verpflegungszug am Bahnhof Goldbach
• Ende März 1945 (Karwoche):
 - US-Luftangriff auf Goldbach
 - US-Tieffliegerangriff auf Goldbach
• 30. März 1945 (Karfreitag): US-Artilleriefeuer auf Goldbach
• 31. März 1945 (Karsamstag):
 - US-Tieffliegerangriff auf Goldbach
 - US-Artilleriebeschuss mit Granaten

Tote und Verletzte

• durch Bombenabwürfe vom 12. Dezember 1944: 1 Toter
• durch Bombenabwürfe vom 03. Januar 1945: 2 Tote
• durch Luftangriff vom 21. Januar 1945:
 - 15 tote Zivilisten
 - 15 tote Soldaten
• durch Tieffliegerangriff Ende März 1945: 2 Tote (1 auf dem Weg ins Lazarett, 1 Herzschlag)
• durch Artilleriefeuer am 30. März 1945:
 - 2 Tote
 - 7 Verletzte
• durch Artilleriefeuer am 30. März 1945:
 - 4 Tote

Schäden

• durch Bombenabwurf vom 12. September 1944: Zerstörung mehrerer Fensterscheiben
• durch Bombenabwurf vom 21. November 1944:
 - Zerstörung mehrerer Fensterscheiben
 - Schäden an der Wasserleitung Goldbach-Hösbach (Wasservorsorgung 1 Woche unterbrochen)
• durch Bombenabwürfe vom 12. Dezember 1944:
 - völlige Zerstörung von einem Haus
 - schwere Schäden an mehreren Häusern
• durch Bombenabwürfe vom 03. Januar 1945: Zerstörung der Lagerhalle der Faßholzfabrik
• durch Luftangriff vom 21. Januar 1945:
 - Zerstörung mehrerer Wohnhäuser
 - schwere Schäden an mehreren Häusern
 - Ausbrennen mehrerer Scheunen
 - Zerstörung der Sääle der Gaststätten Amend und Stenger
 - Zerstörung des Betriebsgeländes der Holzfabrik
 - Zerstörung der Wirtschaftsgebäude des Untergartenbahnhofs
 - schwere Schäden an der „Neuen Schule“
 - Schäden auf dem Goldbacher Friedhof
• durch Luft- und Tieffliegerangriff Ende März 1945:
 - Zerstörung des Daches der St. Nikolaus-Kirche
 - Schäden im Ortsbereich
• durch Tieffliegerangriff vom 31. März 1945: Zerstörungen und Brände im Ortsbereich
• durch Artilleriebeschuss am 31. März 1945: Schäden am Pfarrhaus
• Schäden insgesamt:
 - St. Nikolaus-Kirche stark beschädigt, v.a. Dach
 - 16 Wohnhäuser zerstört
 - 65 Wohnhäuser, Scheunen und sonstige Betriebsgebäude teilweise zerstört

Kriegsende

• seit November 1944:
 - Umfunktionierung der „Neuen Schule“ in ein Lazarett nach der Zerstörung des Aschaffenburger Krankenhauses
 - Aufstellung des Volkssturms mit zunächst 120, später weiteren 293 Goldbacher Männern
• Ende März 1945 (Karwoche):
 - Hissen einer weißen Fahne am Kirchturm von einem Unbekannten
 - daraufhin tagelange Haft für Hermann Schäfer ohne vorherige Verurteilung
• 30. und 31. März 1945: US-Artilleriefeuer auf Goldbach
• 02. April 1945 (Ostermontag): kampfloser Einmarsch der US-Armee

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 4.198
1946: 4.936
1955: 6.014
1961: 6.575
1968: 7.835
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• seit 1943: Aufnahme einer größeren Zahl von Evakuierten und Bombengeschädigten aus dem Raum Düsseldorf-Wuppertal
• seit 1944: Aufnahme von insgesamt 132 Evakuierten und Bombengeschädigten aus Berlin, Essen, Frankfurt, Kassel, Leipzig und München
• November 1944: Aufnahme von 800 nach dem Luftangriffen obdachlos gewordenen Aschaffenburgern
• seit Dezember 1945: Eintreffen der ersten 52 Heimatvertriebenen
• 1946 - 1950: rund 700 Heimatvertriebene und rund 300 Evakuierte aus der näheren Umgebung
• 13. September 1950: 662 Heimatvertriebene (5.505 Einwohner insgesamt)

Wiederaufbau

Umsetzung:

• September 1945: Wiederaufnahme des Schulunterrichts nach Abzug der US-Besatzungstruppen
• nach 1945:
 - Umwandlung von der landwirtschaftlichen zur Gewerbestruktur
 - Ansiedlung und Entstehung von Gewerbe- und Industriebetrieben
• 1958: Anbindung Goldbachs an die Autobahn und damit Anschluss an das Industrieballungszentrum Rhein-Main
• seit 1958: Goldbach wird so zu einer bevorzugten Wohngemeinde
• 1972: Eingemeindung von Unterafferbach im Zuge der bayerischen Gebietsreform

Literatur

RÖHRS-MÜLLER, Angelika: Markt Goldbach - Geschichte und Gegenwart, Goldbach 1998, S. 76 - 78.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1952. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1952, S. 498.
STADTMÜLLER, Alois: Aschaffenburg im Zweiten Weltkrieg. Bombenangriffe - Belagerung - Übergabe, Aschaffenburg 1978, S. 272 - 320.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 20.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 20.
WOHLFAHRT, Ignaz M.: Goldbach - Geschichte des Dorfes und seiner Kirche aus ältester Zeit bis zur Gegenwart, Goldbach 1950, S. 191 - 217.

INTERNET:
http://www.marktgoldbach.de/p/d1.asp?artikel_id=1025&liste=&tmpl_typ%20=Detail&lp=1063 (11.03.2010).

DANK:
Für weitere Informationen danken wir dem MARKT Goldbach und dem HEIMATS- und GESCHICHTSVEREIN Goldbach.