Atlas zum Wiederaufbau

Immenstadt i.Allgäu

Im Februar und April 1945 kam es zu Luftangriffen. Schäden waren vor allem im Bahnbereich aber auch an Wohnungen und historischen Bauten zu beklagen. Am 30.04.1945 marschierte die 1. französische Panzerdivision ein. Die Einwohnerzahl schnellte durch den Zuzug von Heimatvertriebenen auf 10.726 hoch (1939: 6.790).

Angriffe

• 22. Februar 1945:
 - Angriff der 15. US-Luftflotte durch 2 Verbände mit insgesamt 14 Bombern
 - Bombardement der Bahnanlagen
• 24. April 1945: US-Tieffliegerangriffe auf Proviant und Munitionszüge im Bahnhof
• 29. April 1945: US-Tieffliegerangriffe
• 30. April 1945: Beschuss der Stadt und umliegender Weiler durch französische Artillerie

Tote und Verletzte

• durch Luftangriff am 22. Februar 1945:
 - 6 Tote
 - 12 Verletzte
• durch Tieffliegerangriff am 24. April 1945: 5 Tote
• durch Tieffliegerangriff am 29. April 1945: 3 Tote
• 30. April 1945:
 - 1 Toter ein schwerverletzter Jugendlicher im Gschwender Tobel durch Artilleriebeschuss
 - 1 tote Arbeiteren während des Einmarschs der französischen Armee

Schäden

• durch Luftangriff am 22. Februar 1945:
 - Zerstörung von 500 m Geleisstrecke
 - Zerstörung des E-Werks, einer Schmiede, des Ostarbeiterlagers und von Wohnungen
 - schwere Beschädigung des Nebengebäudes des Bahnhofs, der Mälzerei der Kaiserbrauerei, der Käsekeller der Firma Engel und von mehreren Wohnhäusern
• durch Tieffliegerangriffe am 29. April 1945:
 - Zerstörung der Westflügel des Klosters und des Heimatmuseum am Landwehrplatz
 - Ausbrennen von 7 Häusern
 - Beschädigung 50 weiterer Gebäude
• durch Artilleriebeschuss am 30. April 1945:
 - Treffer an mehreren Gebäuden in Gschwend, darunter die Kirchen Maria Loretto und St. Stephan sowie das Benefiziatenhaus
 - leichte Schäden in den Weilern Ried und Bühl

Kriegsende

• 30. April 1945: Einmarsch der 1. französischen Panzerdivision

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 6.790
1946: 8.281
1955: 9.589
1961: 10.049
1968: 10.726
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• 1943: im Rahmen der Kinderlandverschickung wurden Kinder aus Franken und dem Ruhrgebiet nach Immenstadt „evakuiert“.
• Januar 1946: 917 Flüchtlinge
• Februar 1946: Eintreffen der ersten 55 Heimatvertriebenen aus der Tschechoslowakei
• Juni 1946: 260 Vertriebene
• Oktober 1946: 553 Heimatvertriebene
• 1946/1947: Aufnahme von 76 Türken aus dem DP-Lager Mittenwald
• 13. September 1950: 1.451 Heimatvertriebene (9.236 Einwohner insgesamt)
• 1955: 1.847 Vertriebene in Immenstadt
• Unterbrungung der Flüchtlinge:
 - im ehemaligen HJ-Heim
 - im Schloss (Amtsgerichtsgebäude)
 - in Gaststätten
 - bei Privatpersonen

Wiederaufbau

Umsetzung:

• Ende Juli 1946: Abschluss der Aufräumarbeiten (Abräumen der Schutthalden, Einebnen der Bombentrichter)
• 1947:
 - Bau eines Schwebelifts vom Hochried zur Alpe Mittag
 - Errichtung eines Torfwerks beim Stixner
• Sommer 1948: erster Neubau nach dem Krieg mit dem Achtfamilienhaus an der Siedlerstr. 15 – 17
•1949/1950:
 - Bau eines Wasserhochbehälters oberhalb des Friedhofs
 - Bau eines durchgehenden Schwebelifts auf den Gipfel des Mittag
• 1950: Bau einer Betonbrücke über die Iller nach Rauhenzell
• 1951: Wiederaufbau des im zerstörten E-Werks
• 1953: Übergabe der Staatlichen Mittelschule für Knaben an der Missener Straße
• 1954: Einweihung der Gewerblichen Kreisberufsschule an der Missener Straße
• 1954/1955:
 - Bau eines Bohrbrunnes in den Illerauen
 - Wasserversorgung somit sichergestellt
• 1955: Bau der Gruppenkläranlage West beim Badeweg
• 1955/1957: Bau der mechanischen Sammelkläranlage am Hochrainebach
• 1957: Bebauung der östlichen Häuserzeile in der Alleestraße
• 1958: Einweihung der Mädchenschule an der Grüntenstraße (heutige Hauptschule)
• 1961:
 - Eröffnung der Landwirtschaftlichen Kreisberufsschule an der Hornstraße
 - Bau der Sporthalle bei der kath. Mädchenvolksschule
• 1962: Ausbau des Säuglings- und Entbindungsheims „Marianum“ (1971 geschlossen)
• 1963: Einweihung des Westflügels des Altenheims in der Kemptnerstraße 13
• 1964/1968: Bau des neuen Kreiskrankenhaus
• 1968:
 - Abriss des ehemaligen Waisenhauses
 - Neubebauung des Grundstücks mit dem Ostflügel des Altenheims
• 1967/1969: Bau der Hofgarten-Stadthalle

Literatur

STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1952. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1952, S. 500.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 19.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 19.
VOGEL, Rudolf (Hrsg.): Immenstadt im Allgäu. Landschaft, Geschichte, kulturelles und religiöses Leben im Lauf der Jahrhunderte, Immenstadt im Allgäu, 1996, S.152 – 183 und S. 215 – 449.