Atlas zum Wiederaufbau

Memmingen

Zwischen 1944 und 1945 kam es zu fünf Luftangriffen, die überwiegend dem Fliegerhorst galten. Am 26.04.1945 erfolgte die friedliche Übergabe der Stadt an die US-Truppen. 15% des Wohnraums waren zerstört. Verschärft wurde die Wohnungsnot durch in die Stadt strömende Flüchtlinge; Massenunterkünfte wurden eingerichtet. 6.691 Vertriebene lebten 1950 in Memmingen (Gesamteinwohnerzahl: 25.343). Bis 1968 stieg die Einwohnerzahl auf knapp 35.000. Um den Wohnungsbau anzukurbeln, wurde 1953 eine Wohnungsbaugesellschaft gegründet.

Angriffe

• zwischen 18. März 1944 und 20. April 1945: insgesamt 5 US-Luftangriffe
• Angriffsziel: Fliegerhorst

Tote und Verletzte

• 630 Tote

Schäden

• Zerstörung:
 - 635 Gebäude
 - Verlust von 300 Wohnungen (15% des Wohnraums der Stadt)
 - Flugplatz
• Beschädigung:
 - 975 Wohnungen

Kriegsende

• 25. April 1945: Sprengung der Illerbrücken mit Ausnahme der Brücke bei Egelsee durch deutsche Truppen
• 26. April 1945: friedliche Übergabe der Stadt an die US-Armee

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 16.191
1946: 24.586
1954: 27.310
1955: 27.792
1961: 29.801
1968: 34.987
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• Ortsfremdenzahlen für Stadt und Landkreis vom 01. Oktober 1946:
 - Flüchtlinge: 19.099 (= 27%), davon östlich Oder/Neiße 4.973, Sudentenland 14.126
 - Evakuierte: 4.295
 - von der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration; Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der VN; ab 1946: IRO = International Refugee Organisation; 1952 aufgelöst) Betreute: 4.211
 - Ortsfremde insgesamt: 28.082 (= 40%)
• Ortsfremdenzahlen für Stadt und Landkreis vom 31. März 1947:
 - Evakuierte: 3.103
 - Flüchtlinge: 21.335
 - Ausländer: 4.246
 - Ortsfremde insgesamt: 28.684
• 13. September 1950: 6.691 Heimatvertriebene (25.343 Einwohner insgesamt)
• Unterbringung in Massenlagern ( u.a. ehemaliges Kriegsgefangenenlager Stalag VIIb am Hühnerberg)

Obdachlose:

• ca. 500 Obdachlose

Wiederaufbau

Pläne und Ideen:

• Ende 1949: Pläne für die Umgestaltung des Massenlagers am Hühnerberg von Oberreichsbahnrat Karl Fackler:
 - schrittweise Zusammenführung der noch in den Holzbaracken verbliebenen Einwohner in Blockeinheiten
 - Errichtung von zweigeschossigen Wohnblöcken, Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern mit Kindergarten und Gaststätte
• 1951: Pläne zur Errichtung von 200 - 300 Wohnungseinheiten in Wohnblockbauweise im Osten der Stadt für die auf dem Gelände des Fliegerhorstes Memmingerberg untergebrachten Displaced Persons

Umsetzung:

• 1951:
 - auf dem Hühnerberg: Neubau der ersten 6 Gebäude mit 72 Wohnungen
 - östlich des Waldfriedhofs beiderseits der Künersberger Straße: Beginn des Baus der sog. „Baltensiedlung“
• 28. Dezember 1953: Gründung des Memminger Wohnungsbaus zur weiteren Behebung der Wohnungsnot
• 1955: Errichtung des Regina-Filmpalasts durch Gustav und Robert Reutter an der Sedanstraße 5 (Anfang der 1990er abgerissen)

Geschäftsgebäude

Ehem. Salzstadel Memmingen

Geschäftsgebäude

Zerstörung: 04.1945
Wiederaufbau: bis 1951

Kirchen und Klöster

Evang. Frauenkirche Memmingen

Kirchen und Klöster

Zerstörung: 20.04.1945
Wiederaufbau: bis 1954

Wohngebäude

Siebendächerhaus Memmingen

Wohngebäude

Zerstörung: 20.04.1945
Wiederaufbau: 1946-1951

Übrige

Stadtmauer Memmingen

Übrige

Zerstörung: 20.04.1945
Wiederaufbau: Bis 1951

Literatur

HOSER, Paul: Die Geschichte der Stadt Memmingen. Vom Neubeginn im Königreich bis 1945, Memmingen 2001, S. 281 - 291 und S. 385.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1952. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1952, S. 500.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 18.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 18.

DANK
Für weitere Auskünfte danken wir dem STADTARCHIV Memmingen.