Atlas zum Wiederaufbau

Münchberg

Seit 1940 wurde Münchberg mehrfach aus der Luft angegriffen, der Einmarsch der US-Truppen am 15.04.1945 wurde mit Tieffliegerangriffen vorbereitet. Nach Kriegsende hielten sich mehr als 3.000 Heimatvertriebene in den Notquartieren der Stadt auf, 1950 war ihre Zahl auf 2.905 (bei 10.483 Einwohnern) gesunken. Ab 1949 wurden neue Baugebiete erschlossen.

Angriffe

• 16./17. August 1940: Luftangriff bei Nacht
 - Angriff durch 4 alliierte Flugzeuge
 - Abwurf von 5 bis 6 Leuchtbomben und etwa 9 Sprengbomben
 - eigentliches Ziel des Angriffs war vermutlich die Eisenbahnlinie
• 14./15. April 1945: Granatbeschuss durch die US-Armee in der Nacht
• Ende April 1945: verstärkte Tieffliegerangriffe im Raum Münchberg

Tote und Verletzte

• durch Luftangriff vom 16./17. August 1940: 2 Verletzte
• durch Granateinschläge am 14./15. April 1945: 4 Tote

Schäden

• durch Luftangriff vom 16./17. August 1940:
 - Schäden an mehreren Gebäuden der Aktienfärberei im Zentrum Münchbergs
 - Schäden in der Gegend der Stammbacher Straße
• durch Granatbeschuss vom 14./15. April 1945: vereinzelte kleinere Schäden

Kriegsende

• 14. April 1945: Sprengung der 3 Eisenbahnbrücken in der Stadt durch deutsche Soldaten, an der Stammbacher, der Kirchenlamitzer und bei den Dekanatsteichen
• 15. April 1945: kampfloser Einmarsch der US-Armee in Münchberg

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 7.115
1946: 9.698
1955: 10.732
1961: 10.848
1968: 10.362
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• Juli 1945: 2.680 Flüchtlinge
• September 1945: 2.922 Flüchtlinge
• Februar 1946: 2.343 Heimatvertriebene
• 20. Juni 1947: 3.044 Flüchtlinge
• 1949: 3.181 Heimatvertriebene
• 13. September 1950: 2.905 Heimatvertriebene (10.483 Einwohner insgesamt)
• Unterbringung der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen:
 - zunächst in den 1947 wieder aufgelösten Durchgangslagern im Wehrmachtsbau an der Brunnengasse
 - in der Textilfachschule
 - in Baracken des ehemaligen Reichsarbeitsdienstes
 - in Fremdarbeiterbaracken
 - bis 1952 waren in Münchberg alle staatlichen Massenlager aufgelöst

Wiederaufbau

Pläne und Ideen:

• nach Kriegsende: zur Linderung der Wohnungsnot durch den Flüchtlingszustrom rasche Erschließung neuer Baugebiete auf dem Kreuzberg und in südlicher Richtung bis an die Gemeindegrenze von Mechlenreuth

Umsetzung:

• 1949 - 1959:
 - Bau von ca. 1.050 neuen Wohnungen bzw. Wohnmöglichkeiten durch Neu- und Umbau
 - trotz des Wohnungsbaus leben 1959 noch 89 Familien in Notunterkünften
• 1958: Eingemeindung der Ortschaft Schlegel
• 1967: Einweihung des städtischen Altenheims

Literatur

STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1952. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1952, S. 496.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 18.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 19.

DANK
Für weitere Auskünfte danken wir dem STADTARCHIV Münchberg.

INTERNET:
http://www.muenchberg.de/index.php?id=326,29 (01.12.2009)

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