Atlas zum Wiederaufbau

Peißenberg

Einzelne Bomben fielen 1945 auf Peißenberg, das im April 1945 von US-Truppen eingenommen wurde. In der Nachkriegszeit stand die Beschaffung von Wohnraum und der Neubau von Wohngebäuden an erster Stelle. 1968 zählte man 9.645 Einwohner (1939: 6.336).

Angriffe

• 27. Februar 1945: Bombenabwurf auf Peißenberg
• Ende April 1945: 2 Bombenabwürfe auf Peißenberg in den letzten Kriegstagen

Tote und Verletzte

• durch Bombenabwurf vom 27. Februar 1945: 4 Tote

Schäden

• durch Bombenabwürfe Ende April 1945:
 - Zerstörung von 2 Häusern
 - schwere Schäden an mehreren Häusern

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 6.336
1946: 7.667
1955: 8.380
1961: 9.098
1968: 9.645
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• nach Kriegsende 1945: Eintreffen von zahlreichen Flüchtlingen und Heimatvertriebenen in Peißenberg
• 13. September 1950: 899 Heimatvertriebene (8.307 Einwohner insgesamt)

Wiederaufbau

Umsetzung:

• nach Kriegsende 1945:
 - Prägung der Gemeinde durch den Peißenberger Bergbau nicht nur durch Werkanlagen, sondern vielmehr auch durch die Entstehung von Wohn- und Siedlungsanlagen
 - Förderung von sozialem Wohnungs- und Siedlungsbau durch das Kohlenbergwerk Peißenberg
 - einheitlicher Tiefbausohlenplan für das Peißenberger Kohlebergwerk
 - Entstehung der Peißenberger Bergmannssiedlungen, Wohnanlagen und Blöcken mit Kaufeigentumswohnungen als Muster sozialer Bauweise
 - Erschließung neuer Baugebiete, u.a. südlich des Guggenbergs, auf dem Guggenebrg, im Gebiet des alten Bahnhofs und in Thalacker
 - Begünstigung des Baus von Eigenheimen durch Bergarbeitersiedlungsprogramme, zinsverbilligte Staatsdarlehen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaues und durch zehnjährige Grundsteuerbefreiung
 - Entstehung von Mietwohnungen und Siedlungen unter wesentlicher Beteiligung des Kohlebergwerks an der Bachstraße sowie des Barbarahofes
 - intensive Bautätigkeit der Wohnungsbaugesellschaft bayer. Kohlenbergwerke m.b.H. an der Sonnen-, Alpspitz- und Wankstraße
 - Bauprojekte des Zweckverbandes für sozialen Wohnungsbau an der Sonnen-, Pestalozzi-, Flurl-, Wörther Kirch- und Werdenfelser Straße sowie am Hörnleweg
 - Siedlungsprojekte der Baugenossenschaft Peißenberg e. GmbH am Güntherweg und an der Liebhart- und Stammelestraße
 - Schulbaumaßnahmen
• 1948: Erweiterung der Wasserleitungsanlage
• 1949: Bau des evang.-luth. Pfarrhauses
• 1950:
 - Erweiterung der Bergwetterstation auf dem Hohen Peißenberg zu einem „Meteorologischen Oberservatiorium“
 - Errichtung des ersten UKW-Senders des Bayerischen Rundfunks auf dem Hohen Peißenberg
• 1951:
 - Anschaffung einer neuen Gemeindewaage
 - Entstehung des Volksbildungswerkes
• 1951/1952: zweigeschossiger Ausbau an der Westseite des Knappschaftskrankenhauses („Bettenbau“)
• 1952:
 - Ende des 1. Bauabschnitts der neuen Volksschule im Ortsteil Wörth
 - Flurbereinigungsverfahren im nördlichen Ortsteil
 - Anlage zahlreicher neuer Feldwege
• 1953:
 - Umbau des Altbaus beim Knappschaftskrankenhaus und Bau einer neuen Kapelle an der Ostseite des Altbaus
 - Abbruch der alten Böbinger Ammerbrücke
 - Bau einer neuen Böbinger Ammerbrücke
• 1954:
 - Ausbau der Ortsdurchfahrt der Staatsstraße B 472
 - Beginn mit Kanalisationsarbeiten
 - Fahrbahnverbreiterungen
 - Bau einer neuen Straßenentwässerung
 - Erneuerung der Straßenbeleuchtung
 - Herstellung von Gehwegen, Parkbuchten und Grünstreifen
• 1954/1955: Bau der Pfarrkirche St. Barbara
• 1955:
 - Neubau der Roßlaicher Ammerbrücke
 - Umbau der Hauptstraße
• 1956:
 - 2. Bauabschnitt der neuen Volksschule im Ortsteil Wörth
 - Neubau eines Betriebsgeländers des „Peißenberger Kleiderwerks“
• 1957: Bau einer neuen Ammerbrücke
• 1958: Erstellung des Betriebsgeländes der Bekleidungswerke „Hummelsheim KG“
• 1958 – 1960: Bau des neuen Rathauses
• 1959:
 - Bau des Kantorhauses der evang.-luth. Pfarrgemeinde
 - Inbetriebnahme der Wasserförderungsanlage (Tiefbrunnen) an der Böbinger Straße bei der Ammerbrücke
• 1959/1960: 2. Regulierung der Ammermündung
• 1960: Einweihung des Gemeindezentrums der evang. Kirche
• 1961: Erweiterung des „Peißenberger Kleiderwerks“
• 1961/1962:
 - Renovierung des Innern der Pfarrkirche St. Johann, u.a. Einbau einer Elektroheizung, und Errichtung einer neuen Orgel
 - Bau eines neuen Kellerei-Gebäudes der Plötz-Brauerei
• 1962: Ende des 3. Bauabschnitts der neuen Volksschule im Ortsteil Wörth
• 1962 – 1965: Ausbau und moderne Neugestaltung der Brauerei Plötz
• 1963: Einweihung der Marienkapelle beim Jacklbauern in Ficht
• 1964: Außenrenovierung der Pfarrkirche St. Johann
• 1966:
 - Inbetriebnahme des neuen Sudhauses bei der Plötz-Brauerei
- Ausbau der Metzgerei Killisberger zur Großmetzgerei
- Renovierung des Pfarrhofes der Pfarrei St.
- Ende des 4. Bauabschnitts der neuen Volksschule im Ortsteil Wörth
• 1968:
 - Abschluss der Renovierung der Aichkirche
- Einweihung der Turnhalle beim Schulgebäude im Ortsteil Wörth
- Totalumbau des Sparkassengebäudes an der Hauptstraße
• 1968 – 1970: Bau des Kindergartens St. Johann
• 1969/1970: Bau des neuen Hochbehälters für die Wasserversorgung
• 1970:
 - Errichtung eines Zweigwerks von AGFA Gevaert
 - Errichtung eines Zweigwerks der MTU
 - Einweihung des Erweiterungsbaus („Funktionsbau“) an der Westseite des Krankenhauses
• 1970/1971: Bau des Pfarrheims von St. Johann
• 31. März 1971: Ende der Kohleförderung in Peißenberg
• 1972:
 - Bebauung der „Leite“
 - Sprengung des alten Kohleförderturms
 - Abbruch ehemaliger Betriebsanlagen des Bergwerks
• 1972/1973: Bau des Caritas-Altenheims St. Ulrich
• 1972 – 1974: Renovierung der Volksschule Peißenberg-Nord
• 1974:
 - Errichtung einer modernen Wohnanlage nach Abbruch des ehemaligen Kranken- und Armenhauses an der Bachstraße
 - Inbetriebnahme der Kläranlage
• 1975: Bau der Turnhalle der Volksschule Peißenberg-Nord
• 1975/1976: Umbau des Bahnhofs (Abbruch des oberen Teils und Errichtung eines neuen ebenerdigen Gebäudes)

Literatur

BILLER, Max: Peißenberger Heimat-Lexikon. Geschichte und Gegenwart von A-Z. Hrsg. vom Markt Peißenberg, 3. Aufl., St. Ottilien 1998.
MARKTGEMEINDE PEIßENBERG (Hrsg.): 50 Jahre Markt Peißenberg 1919-1969, Weilheim 1969.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1952. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1952, S. 492.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 19.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 20.

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