Atlas zum Wiederaufbau

Schongau

Im Juli 1944 wurde der Flugplatz von Schongau bombardiert, im August 1944 kam es zur „Luftschlacht über Schongau“. Beim umkämpften Vormarsch von US- und französischen Truppen am 27.04.1945 kamen auch Tiefflieger zum Einsatz. Zwischen 1939 und 1968 stieg die Einwohnerzahl Schongaus von 3.676 auf 10.728. 1950 zählte man 1.981 Heimatvertriebene (bei damals 6.599 Einwohnern). Neue Siedlungs- und Gewerbeflächen legten sich um den weitgehend erhalten gebliebenen Innenstadthügel.

Angriffe

• 24. Juli 1944: Luftangriff auf den Flugplatz Schongau
• 31. Juli 1944: Luftangriff auf den Flugplatz Schongau
Luftschlacht über Schongau:
• 09. August 1944: Luftangriff auf Schongau mit über 100 beteiligten Jagdflugzeugen („Luftschlacht“ über Schongau)
• 27. April 1945: Tieffliegerangriffe, u.a. auf den Bahnhof Hohenfurch

Tote und Verletzte

• durch Luftangriff vom 09. August 1944:
 - 6 tote deutsche Flugzeugführer durch Flugzeugabsturz
 - 2 gefallene deutsche Soldaten der Flugplatzflak
• durch Tieffliegerangriffe vom 27. April 1945:
 - 7 Tote
 - zahlreiche Verletzte
• durch Kampfhandlungen während des alliierten Einmarsches am 27. Apirl 1945:
 - 12 gefallene Soldaten
 - 8 weitere Tote (Verwundete, die später an ihren Verletzungen starben)
• durch Brückensprengung am 27. Apirl 1945: 1 Tote

Kriegsende

• 27. April 1945:
 - Vorrücken der US- und der französischen Armee
 - Sprengung der Lechbrücke durch deutsche Truppen
 - verschiedene Kampfhandlungen während des Einmarsches
 - Einmarsch US-amerikanischer und französischer Truppen um ca. 15:00 Uhr

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 3.676
1946: 5.850
1955: 7.508
1961: 8.832
1968: 10.728
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• nach Kriegsende 1945:
 - Zuzug von Heimatvertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, v.a. aus dem Sudetenland
 - Verdreifachung der Schongauer Bevölkerung im Vergleich zu 1939
 - Ansiedlung zahlreicher neuer Industriezweige
• 13. September 1950: 1.981 Heimatvertriebene (6.599 Einwohner insgesamt)

Wiederaufbau

Umsetzung:

• 1949:
 - Wiedererrichtung des Marienbrunnens auf dem Marienplatz (1937: Entfernung durch die NS-Behörden)
 - Renovierung des Maxtores
• 1950er Jahre:
 - wirtschaftlicher Boom: Aufschwung von Handel und Gewerbe sowie insbesondere der Industrie, v.a. auch durch den Zuzug Heimatvertriebener
 - wichtigste Industriezweige: metallurgische Industrie, elektrotechnische Werke, Holzverarbeitung, Butterwerk, Textilwesen, Industriekeramikwerk
 - starkes Bevölkerungswachstum
 - Ausdehnung der Stadt nach Norden und Westen
• Ende 1950er Jahre: Bau des Gymnasiums
• 1966 – 1968: Bau der kath. Pfarrkirche Verklärung Christi

Literatur

BRAUN, Luitpold: Stadt Schongau, in: Chronik. Lechgauverband der Heimat- und Trachtenvereine 1988, S. 255 ff.
GRUNDNER, Franz: Der Kreis Schongau im Luftkrieg. Vorbereitung, Kriegsjahre und Nachwirkungen, in: Der Welf. Jahrbuch des Historischen Vereins Schongau - Stadt und Land. Hrsg. vom Historischen Verein Schongau Stadt und Land e.V. 2008/2009, Bd. 10, S. 305 ff.
PÖRNBACHER, Hans / PÖRNBACHER, Karl: Schongau – Tor zum Pfaffenwinkel, Weiler im Allgäu 2008.
SCHMIDBAUER, Helmut: Das Kriegsende in Schongau, in: Der Welf. Jahrbuch des Historischen Vereins Schongau - Stadt und Land. Hrsg. vom Historischen Verein Schongau Stadt und Land e.V. 1995, Bd. 3, S. 55 ff.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1952. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1952, S. 492.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 19.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 19.

DANK:
Für weitere Informationen danken wir dem STADTARCHIV Schongau.

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