Atlas zum Wiederaufbau

Schwandorf

Schwandorf war am 17.04.1945 Ziel eines britisch-kanadischen Luftangriffs, bei dem 1.250 Menschen getötet wurden. Durch Kriegshandlungen verloren insgesamt 2200 Menschen (darunter 1100 Flüchtlinge) ihr Leben. Die Stadt wurde zu über 70% zerstört. Am 22./23.04.1945 erfolgte die kampflose Besetzung durch US-Truppen. 1955 standen 11.322 Einheimische 3.172 Heimatvertriebenen gegenüber. Neue Siedlungen entstanden, die Infrastruktur wurde modernisiert, die Lücken in der Innenstadt in traditioneller Bauweise geschlossen.

Angriffe

• 17. April 1945: britisch-kanadischer Luftangriff
 - insgesamt 175 Flugzeuge am Angriff beteiligt
 - Angriffsziel: Bahnhofsgelände

Tote und Verletzte

• durch Luftangriff vom 17. April 1945:
 - ca. 1.250 Tote,
• insgesamt: 2.200 Tote, darunter etwa 1.100 Flüchtlinge

Schäden

• durch Luftangriff vom 17. April 1945:
 - Beschädigugn von 514 Häusern
 - Zerstörung von 674 Häusern
• Zerstörungen insgesamt:
 - 1.945 Wohnungen
 - 73% der Stadt zerstört oder beschädigt
• Flächenschäden:
 - Eisenbahngelände
 - Gelände zwischen Schlachthof, Bahnhof, St.-Salvator-Kirche, Kreuzberg und Lindenviertel

Kriegsende

• 22. April 1945: Sprengung der äußeren Naabbrücke durch deutsche Truppen
• 23. April 1945: kampflose Besetzung Schwandorfs durch die US-Armee

Spuren des Krieges

• höhergelegte Gartenteile in der Karmelitenstraße aufgrund der dortigen Sammlung von Schutt

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 10.459
1946: 12.045
1955: 14.374
1961: 16.062
1968: 15.985
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• Anzahl der Heimatvertriebenen und Evakuierten:
 - 1945: 1.826 (10.346 Einheimische)
 - 13. September 1950: 2.146 Heimatvertriebene (13.400 Einwohner insgesamt)
 - 1955: 3.172 (11.322 Einheimische)

Wiederaufbau

Pläne und Ideen:

• 3 Bauperioden:
 - Wiederaufbau des Zerstörten
 - Neubauten aufgrund der Bevölkerungszunahme in zuvor unbebautem Gebiet
 - ab 1960: Beginn einer modernen Baukonzeption v.a. am Stadtrand
 - Erneuerung des Stadtbildes

Umsetzung:

• nach Kriegsende:
 - Schutträumung in den Straßen
 - Abbruch der Freithof-Kirche zum St. Salvator und Errichtung einer Grünanlage
• 1945: Bau einer hölzernen Notbrücke neben der gesprengten Äußeren Naabbrücke
• bis 1948: Bau von 152 Wohnungen und 60 Behelfsheimen
• 1948: Aufbau und Ausbau der Hauptverkehrswege
• 1953: Einweihung einer neuen Überführung
• bis 1955: 1.570 Wohnungen wieder hergestellt (80% der Beschädigung behoben)

Kirchen und Klöster

Friedhofskirche St. Salvator Schwandorf

Kirchen und Klöster

Zerstörung: 1945

Kath. Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau (Kreuzbergkirche) und Karmeliterkloster Schwandorf

Kirchen und Klöster

Zerstörung: 17.04.1945
Wiederaufbau: 1946-1952

Literatur

KLITTA, Georg: Das Finale des Zweiten Weltkrieges in Schwandorf, Schwandorf 1970, S. 158 - 162, S. 173 - 195 und S. 235 - 260.
PICHL, Joseph (Hrsg.): Sechshundertfünfzig-Jahrfeier der Stadt Schwandorf in Bayern. Festschrift, hrsg. von der Stadt Schwandorf i.Bay. in Verbindung mit dem Bund für Heimat- und Kulturpflege, Schwandorf 1955, S. 61 - 75.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 494.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 18.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 19.

INTERNET:
http://www.schwandorf.de/index.phtml?sNavID=269.21&La=1 (22.01.2009).
https://www.schwandorf.de/B%C3%BCrger-Stadt/Unsere-Stadt/Stadtgeschichte/index.php?La=1&object=tx,2410.11232.1&kat=&kuo=2&sub=0 (16.09.2019).

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