Atlas zum Wiederaufbau

Schwarzenbach a.d. Saale

Im April 1945 wurde Schwarzenbach mit Artillerie und Tieffliegern angegriffen. Am 18./19.04.1945 marschierten US-Truppen ein. Der Zustrom von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen ließ die Bevölkerungszahl bis 1950 um 2.073 Personen auf 7.446 Einwohner anwachsen.

Angriffe

• 11. April 1945: US-Tieffliegerangriff auf einen Schnellzug in der Nähe des Bahnhofs Martinlamnitz

• 15. April 1945: Beschuss Schwarzenbachs durch US-Artillerie

• 18. April 1945: erneuter Beschuss durch Artillerie

Tote und Verletzte

• durch Tieffliegerangriff vom 11. April 1945:

- 23 Tote

- zahlreiche Verletzte

• durch Artilleriebeschuss am 15. April 1945: 5 Tote

• 16. April 1945: Erschießung eines deutschen Soldaten durch US-Truppen, da er am Wallgarten mit einer Panzerfaust angetroffen wurde

• durch Artilleriebeschuss am 18. April 1945: 2 Tote, u.a. ein 10jähriges Mädchen durch Granatentreffer

• 10. Mai 1945: 2 tote Kinder bei Fahrenbühl durch die Explosion von Sprengkörpern, mit denen die Kinder gespielt hatten

• 12. Mai 1945: 1 Toter durch die Explosion eines Geschosses, das dieser gefunden hatte

Schäden

• durch Artilleriebeschuss am 15. April 1945:

- Ausbrennen der Häuser Marienstraße 12 und 14

- Zerstörung oder starke Beschädigung einiger Häuser

Kriegsende

• nach 11. April 1945: Einrichtung eines Hilfslazaretts im Schulhaus nach dem Tieffliegerangriff auf einen Schnellzug nahe des Bahnhofs Martinlamitz

• 16. April 1945:

- im Laufe des Vormittags Hissen weißer Fahnen in Schwarzenbach

- kampfloser Einmarsch der US-Armee

- ungehinderte Plünderungen

• 18. April 1945: erneute Granateneinschläge

• 18./19. April 1945: endgültiger Einmarsch der US-Armee mit Panzern und schwerem Gerät

• 07. Mai 1945: Abzug der US-Truppen nach der Befreiung Schwarzenbachs und der Einstellung der Kampfhandlungen

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 5.034
1946: 6.912
1955: 7.625
1961: 7.364
1968: 7.525
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• seit März 1945: Ankunft zahlreicher Flüchtlinge und Heimatvertriebener in Schwarzenbach

• Mai 1945: Rückfahrt vieler Kriegsgefangener in ihre Heimatländer

• ab 1946: Steigende Einwohnerzahlen, v.a. durch den Zustrom von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen

• 13. September 1950: 2.073 Heimatvertriebene (7.446 Einwohner insgesamt)

Wiederaufbau

Pläne und Ideen:

• 13. Oktober 1945: erste Sitzung des provisorischen Stadtrats

• 1948: Erweiterung des Bebauungsgebiets

Umsetzung:

• Mitte Mai 1945: Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs

• Frühjahr 1945:

- Beseitigung bzw. Wiederaufbau der Kriegsschäden

- zeitweise Beschlagnahmungen durch die US-Besatzungstruppen

• September 1945: Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs von Hof nach Münchberg und zurück

• 1946: Einrichtung einer höheren Schule (bis 1957)

• ab 1948:

- Beginn einer regen Bautätigkeit in Schwarzenbach

- Ausdehnung der Stadt über den Ortskern und die Randbebauungen hinaus nach Südosten und Nordwesten, v.a. durch den Bau von Wohnsiedlungen

• 1966: Bau einer privaten Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf sowie Bau eines Heilpädagogischen Kinder- und Jugendheim, an der Stelle des früheren Kinderheimes „Marienberg“

• nach 1966:

- Bau eines Waldfreibades auf dem Gelände des ehemaligen Schiedateiches ein idyllisches

- Bau eines dem Grundschulgebäude angegliederten Hallenbades mit Sauna

• 1973: Bau eines weiteren Schulgebäudes, der „Jean-Paul-Grundschule“

• 1972 - 1978: Eingemeindung von Stobersreuth, Fletschenreuth, Hallerstein, Förmitz, Völkenreuth, Gottfriedsreuth, Förbau, Martinlamitz, Seulbitz, Götzmannsgrün, Quellenreuth, Langenbach und Schwingen nach Schwarzenbach a.d. Saale im Zuge der Gebietsreform

Literatur

STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1952. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1952, S. 496.

STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 19.

STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 20.


INTERNET:

http://www.schwarzenbach-saale.de/ (09.02.2010).


DANK

Für weitere Auskünfte danken wir der STADT Schwarzenbach a.d. Saale.