Atlas zum Wiederaufbau

Zirndorf

Zwischen 1943-1945 war Zirndorf mehrmals das Ziel von Bombenangriffen. Als am 17./18.04.1945 US-Truppen einmarschierten, sprengten deutsche Truppen den Vestner Turm. Schäden waren vor allem an Siedlungshäusern am Stadtrand zu beklagen. 1946 strömten Flüchtlinge und Heimatvertriebene in den Ort. Mithilfe der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft konnten neue Siedlungen geschaffen werden.

Angriffe

• an folgenden Tagen Luftangriffe:
 - 25./26. Februar 1943
 - 08./09. März 1943
 - 10./11. August 1943
 - 03. Oktober 1944
 - 16./17. März 1945
• überwiegend Nachtangriffe
• umstritten, ob Zirndorf eigentliches Angriffsziel oder ursprünglich Bombardierungen von Nürnberg bzw. von umliegenden Flakstellungen geplant

Schäden

• meist Gebäudeschäden, teilweise Häuser unbewohnbar
• Schäden v.a. an Siedlungshäusern in der sogenannten Stadtrandsiedlung im Westen
• in den Berichten der Verwaltung:
 - große Zahl von Brand- und Sprengbomben sowie hohe Schäden genannt
 - Zeitzeugen bezweifeln diese Angaben: möglicherweise Versuch, drastische Berichte als Begründung für die Einstufung zum Luftschutzort 1. Ordnung zu nutzen

Kriegsende

• 17. April 1945:
 - Vestner Turm durch deutsche Truppen gesprengt, um mögliche Nutzung als Artilleriebeobachtungsposten durch die Amerikaner zu verhindern
 - Sprengung der Bibertbrücke
• 18. April 1945: kampflose Übergabe der Stadt an die US-Armee

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 7.797
1946: 10.018
1955: 10.776
1961: 11.984
1968: 15.001
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• bis Ende 1946: Aufnahme von über 2.000 Flüchtlingen und Vertriebenen, v.a. aus dem Sudetenland, Schlesien und Jugoslawien
• August 1946: 689 Flüchtlinge und 987 Evakuierte, insgesamt 1.676 Personen
• Oktober 1946: insgesamt 2.544 Flüchtlinge und Evakuierte (etwa 7.500 Einheimische)
• Ende 1947: 1.485 Flüchtlinge, 863 Evakuierte, insgesamt 2.348 Personen
• Ende 1948: 1.531 Flüchtlinge, 748 Evakuierte, insgesamt 2.272 Personen
• Ende 1949: 1.602 Flüchtlinge, 558 Evakuierte, insgesamt 2.160 Personen
• 13. September 1950: 1.667 Heimatvertriebene (10.446 Einwohner insgesamt)

Obdachlose:

• durch Luftangriff vom März 1943: 88 Obdachlose
• Stadtverwaltung weist Ausgebombte zwangsweise bei anderen Bewohnern ein, sofern sie nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkommen
• 104 Privathäuser, Jahnturnhalle und alle Säle der Stadt für die Einquartierung der Besatzungstruppen beschlagnahmt

Wiederaufbau

Pläne und Ideen:

• wegen des ständigen Zuzugs Schaffung zusätzlichen Wohnraums durch die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt sowie weitere gemeinnützige Bauträger mit staatlicher Unterstützung

Umsetzung:

• ab Kriegsende Bauprojekte der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (WBG):
 - 1949: 36 Wohnungen an der Bergstraße
 - 1950: 4 Häuser an der Saarlandstraße, 2 Reihenhäuser an der Klampferstraße
 - 1951: 34 Wohnungen an der Fürther und an der Bergstraße
 - 1952: 31 Wohnungen an der Nibelungenstraße
 - in den Folgejahren: pro Jahr durchschnittlich 30 bis 40 weitere Wohnungen
• sonstige Baumaßnahmen:
 - 1948: evangelische und katholische Bekenntnisschule
 - 1950: Förderschule
 - 1952: Erweiterungsbau der Pestalozzischule an der Mühlstraße
 - 1957: Berufsschulgebäude an der Homburger Straße

Literatur

KÜHN, Roland: Zirndorfer Geschichte und Geschichten. Zirndorf - Stationen einer Ortsgeschichte in sieben Jahrhunderten, Bd. 2, Zirndorf 2003, S. 89 - 131.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1952. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1952, S. 496.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 18.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 19.

DANK
Für weitere Auskünfte danken wir dem STADTARCHIV Zirndorf.