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Bayern und der Erste Weltkrieg

Der Krieg beginnt

Am 1. August 1914 begann der Erste Weltkrieg. Deutschland erklärte Russland den Krieg. Die Menschen in Bayern hatten am Anfang keine Angst vor dem Krieg. Sie freuten sich, weil sie glaubten, dass der Krieg schnell vorbei sein und Deutschland ihn gewinnen wird.

Das Leben in Bayern verschlechtert sich

Durch den Krieg gab es wenig zu essen. Ein Teil der in Bayern produzierten Nahrungsmittel musste in den Norden und den Westen des Deutschen Reichs gebracht werden. Es war wichtig, die Arbeiter im Ruhrgebiet zu ernähren. Denn sie stellten Waffen und Munition für den Krieg her.
 
Da es so wenig Lebensmittel und Heizkohle gab, wurden sie immer teurer. Viele Menschen kauften mehr als sie brauchten, um einen Vorrat zu haben. So wurde die Lage noch schlimmer. Die Probleme in der Bevölkerung zwischen den Bauern, die die Nahrungsmittel produzierten, und den Stadtbewohnern, denen Lebensmittel fehlten, wuchsen. Die Kriegsbegeisterung in der bayerischen Bevölkerung war vorbei.

Der Krieg trifft die Familien

Bauern mussten immer mehr Lebensmittel abgeben. Viele Bauern, ihre Söhne oder Knechte mussten als Soldaten in den Krieg. Im Jahr 1918 waren 910.000 Bayern in der Armee. Das waren etwa 13 Prozent der bayerischen Bevölkerung. Außerdem mussten die Bauernhöfe ihre Arbeitspferde für den Krieg abgeben. Auf den Höfen gab es also nicht genügend Arbeitskräfte und Zugtiere für die schwere Feld- und Stallarbeit. Auch das Wetter war schlecht und es wuchs nur wenig auf den Feldern. Nur reiche Menschen konnten die hohen Preise bezahlen. Für die anderen Menschen war es sehr schwierig zu überleben.

Die Situation in den Städten war auch sehr schlecht. In den Fabriken fehlten viele Arbeiter, weil sie als Soldaten an der Front waren. Gastarbeiter und Kriegsgefangene sollten die Arbeit machen. Vor allem aber wurden die Frauen sehr wichtig in den Fabriken, weil es nicht mehr genügend Männer für die viele Arbeit gab. Die Bezahlung in der Rüstungsindustrie war gut. Aber das Leben der Frauen war durch die harte Arbeit, die Hausarbeit und die Erziehung der Kinder sehr anstrengend. Die Kinder waren viel allein und hatten auch wenig zu essen. Viele Menschen machten sich außerdem große Sorgen um Familienmitglieder im Krieg. Im Ersten Weltkrieg starben ungefähr 200.000 bayerische Soldaten und ca. 400.000 wurden verwundet.

Der bayerische König Ludwig III. sagte, dass die Bayern durchhalten und weiterkämpfen müssen. Das wollten die Menschen in Bayern aber nicht mehr. Sie waren nicht mehr zufrieden mit ihrem König und der Regierung. Am 7. November 1918 trafen sich viele Menschen in München und demonstrierten gegen den Krieg. Der Friedensaktivist Kurt Eisner sagte, dass Bayern jetzt ein Freistaat ist und kein Königreich mehr. König Ludwig III. floh aus Bayern und die Monarchie der Königsfamilie Wittelsbach war vorbei. 

Im Portal zur Revolution 1918/19 wird genauer erklärt, wie Bayern zum Freistaat wurde.

Arbeitsaufträge

  • Schau dir das Erklärvideo zum Ersten Weltkrieg (Material 1 oben rechts) aufmerksam an und fülle das Arbeitsblatt (Material 2) aus.
     
  • Partnerarbeit: Markiert im Text die Probleme, die Menschen in Bayern während des Ersten Weltkriegs hatten. Erklärt eins der Probleme mit Hilfe von Material 4 genauer. 

     

  • Unterstreiche Textstellen und Wörter auf dem Plakat „An meine Bayern”, die die Menschen in Bayern zu Unterstützung des Kriegs aufrufen.
  • Erstellt einen kurzen Twitter/X oder Instagram-Post, in dem ihr den Inhalt des Plakats „An meine Bayern” in eigenen Worten zusammenfasst. 
    • Achtet darauf, an wen der Aufruf auf dem Plakat gerichtet ist. Welches Ziel soll mit dem Plakat erreicht werden?
    • Erklärt, warum das Plakat als wichtige Quelle für die Lage der Menschen an der Heimatfront (=Situation der Menschen, die während des Krieg zu Hause blieben und die Menschen an der Front und das Land unterstützten) gelten kann.