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Objekte aus
dem Depot

Diese Objekte aus unserer Sammlung sind zwar nicht in der Dauerausstellung zu sehen, erzählen aber dennoch schöne Geschichten.

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Gipfelkreuz Mittlerer Karwendelkopf

Gipfelkreuze sind im Alpenraum weit verbreitet. Im Laufe ihrer Geschichte erfüllten sie eine Vielzahl von Funktionen: Neben ihrer religiösen Bedeutung dienen sie als Orientierungspunkte und Grenzmarkierungen, symbolisieren das Bezwingen des Berges oder fungieren als Fotomotiv. Ein besonderes Gipfelkreuz zierte von 1972 bis 2016 den Mittleren Karwendelkopf. Der 2365 Meter hohe Berg zählt trotz seiner schönen Aussicht zu den weniger begangenen Gipfeln des Karwendelgebirges. 1972 errichteten Bergsteiger dort ein Gipfelkreuz aus schweren Stahlrohren. Geschmückt wurde die ungewöhnliche Konstruktion von einem geschmiedeten Edelweiß, das in eine Auto-Felge eingefasst ist. 2016 zerstörte ein Gewitter den Sockel. 2018 wurde das metallene Kreuz durch ein Holzkreuz ersetzt.

Datierung1972-2017
OrtHerstellungsort unbekannt, Standort Mittlerer Karwendelkopf
Herstellerunbekannt
MaterialMetall
Maßeca. 255 x 179 x 20 cm
CopyrightHaus der Bayerischen Geschichte

 

Quelle-Katalog 1937

Das Versandhaus Quelle wurde 1927 in Fürth gegründet und entwickelte sich rasch zu einem der größten Versandhäuser Deutschlands. Die Weihnachtsausgabe des Quellekatalogs von 1937 wirbt damit, das „bedeutende arische Großversandhaus“ zu sein. Tatsächlich war Quelle-Gründer Gustav Schickedanz bereits seit 1932 NSDAP-Mitglied und Profiteur von Arisierungen. Der Quelle-Katalog gibt einen Einblick in die Mode der Zeit, aber auch in den Zeitgeist: In der Sektion Kinderspielzeug finden sich, zwei Jahre vor Kriegsausbruch, Spielzeugpanzer, -feldgeschütze und –kanonen.  

Datierung1937
OrtFürth
HerstellerVersandhaus Quelle
MaterialPapier
Maßeca. 27 x 18 x 0,1 cm
CopyrightHaus der Bayerischen Geschichte

 

Album aus dem Ersten Weltkrieg

Dieses Album gewährt einen Einblick in den Alltag der Bevölkerung während des Ersten Weltkriegs. Stephan Retzer aus Stadtamhof sammelte darin neben Lebensmittelmarken  auch Bezugsscheine für Schuhe und Stoffe, Aufrufe zum Zeichnen von Kriegsanleihen, patriotische Gedichte und verschiedene Flugblätter, die die „Heimatfront“ zum Durchhalten motivieren sollten. Hauptsächlich finden sich in dem Album aber Lebensmittelmarken – für Brot, Kartoffeln, Milch, Eier, Fleisch, Speisefett, Zucker und weitere Lebensmittel.

Schon bald nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurden in Deutschland Nahrungsmittel rationiert. Schlechte Ernten, der Wegfall von Importen durch die britische Seeblockade und die Rekrutierung von landwirtschaftlichen Arbeitskräften für das Militär beeinträchtigten die Lebensmittelversorgung erheblich. Hunger wurde zu einer Grunderfahrung des Weltkriegs. Die Erfahrung, dass die Regierung die Ernährung der Bevölkerung nicht sicherstellen konnte, trug auch dazu bei, dass die Monarchie zuerst am 7.11.1918 in Bayern, zwei Tage später auch im Deutschen Reich gestürzt wurde.

Die Rationierung von Lebensmitteln dauerte auch im neuen Freistaat noch an – zunächst mit Marken des „Königreich Bayern“.

Datierung1910er-Jahre
OrtRegensburg
Herstellerunbekannt
MaterialPapier, Holz, Pappe
Maße51,5 x 41 x 9 cm
CopyrightHaus der Bayerischen Geschichte

 

Bild-Lilli

Die Puppe sieht der Barbie zum Verwechseln ähnlich. Doch hier handelt es sich um die Bild-Lilli, ihrer Vorgängerin. Ihren Ursprung hatte Lilli als Hauptfigur eines von Reinhard Beuthien gezeichneten Comics, der von 1952 bis 1961 in der BILD-Zeitung erschien. Der Comic mit der kecken, lebenslustigen Lilli war so beliebt, dass die Bild-Zeitung sie als Puppe herstellen ließ. Modelliert und produziert wurde Lilli von der Firma O. & M. Hausser in Neustadt bei Coburg. Die Bild-Lilli entwickelte sich rasch zum Verkaufsschlager. Lillis Garderobe spiegelt den Geschmack der Wirtschaftswunderzeit: Bunte Cocktailkleider, knappe Badebekleidung und schicke Kostüme. Der Erfolg der Bild-Lilli führte zu Nachahmern: 1959 erschien die erste Barbie der Firma Mattel auf dem Markt. 1964 verkaufte O. & M. Hausser die Rechte an der Bild-Lilli an Mattel. Daraufhin wurde die Produktion der Puppe eingestellt. Originale Bild-Lillis sind heute begehrte Sammlerstücke.

Datierung1950er-Jahre
OrtNeustadt bei Coburg
HerstellerO. & M. Hausser
MaterialBaumwolle, Metall, Plastik
Maße19 x 11 x 3,1 cm
CopyrightHaus der Bayerischen Geschichte

 

Rettungstrage für die Riesendingschachthöhle

Am Pfingstsonntag 2014 wurde der erfahrene Höhlenforscher Johann Westhauser in der Riesendingschachthöhle in 950 Meter Tiefe von einem Lehmbrocken am Kopf getroffen. Er erlitt dabei ein Schädel-Hirn-Trauma. Die ersten 26 Stunden wurde er von seinem Begleiter versorgt, während ein weiterer Begleiter Hilfe holte. An der spektakulären Rettungsaktion beteiligten sich 728 Einsatzkräfte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Kroatien. Bei der Bergung kam auch diese Rettungstrage zum Einsatz. In ihr kann eine verletzte Person liegend transportiert werden. Über dem Kopfteil befindet sich eine transparente Abdeckung, die vor Steinschlag schützt, zahlreiche Schnüre sowie ein Körpergurt dienen der Fixierung des Verletzten. Nach elf Tagen gelang die Rettung Johann Westhausers aus der Höhle.

Die „Riesending“-Höhle im Untersberg wurde erst im Jahr 1996 entdeckt und ist die längste (mind. 20 Kilometer) und tiefste (mind. 1149 m) Höhle Deutschlands. Seit dem Unglück ist der Höhleneingang versperrt.

Datierung2010er-Jahre
Ortunbekannt
Herstellerunbekannt
MaterialFiberglas, PVC, Aluminium, Stahl, Kunstfaser, Gummi
Maßeca. 35 x 190 x 51 cm
CopyrightHaus der Bayerischen Geschichte

 

Medaille zum Hitlerputsch 1923

Als sich im November 1923 die wirtschaftliche und politische Lage zuspitzte, planten Hitler und seine Unterstützer in München den Umsturz, der vor der Feldherrnhalle von der Landespolizei niedergeschlagen wurde. Die Medaille kommentiert das Geschehen in satirischer Weise. Auf der Vorderseite der Medaille ist die Feldherrenhalle abgebildet, die die Aufschrift „Münchner Theater“ trägt. Davor tanzen einige Zwerge, die durch Hakenkreuzfahne und Hitlergruß als Nationalsozialisten erkennbar sind. Unten an der Medaille ist eine Tafel mit der Aufschrift „9 – 11 – 23 / Letzte / Vorstellung / Auf nach / Berlin“ zu sehen. Die Rückseite der Medaille zeigt zwei debattierende Politiker. Im Vordergrund ist ein Bayer mit Bierkrug abgebildet, der den Disput entnervt verfolgt. Die Beschriftung der Rückseite lautet „National gen National!!!“ / 8. Nov. 1923“ / „Hittlerputsch“ [sic!] und spielt auf das konservative Klima in Bayern an.

Die Medaille stammt von dem bayerischen Künstler Karl Goetz, der zwischen 1913 und 1923 eine Serie von 82 satirischen Medaillen herstellte. Nach 1933 schuf er Porträtmedaillen von Adolf Hitler sowie anderen NS-Größen und Propagandamedaillen zu Großereignissen des Zweiten Weltkriegs.

Datierung1923
OrtNürnberg
HerstellerKarl Goetz
MaterialSilber
Maße3,6 x 3,6 x 0,2 cm
CopyrightHaus der Bayerischen Geschichte

 

Glaskanne "Münchner Kindl"

Die 3-Liter-Kanne aus Glas stammt von Ludwig Hohlwein (1874-1949), der zu den bedeutendsten Grafikern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählt. Die ungewöhnlich große Kanne ziert das Münchner Kindl in schwarzgelber Kutte. In der rechten Hand trägt die Wappenfigur Münchens einen Hofbräu-Maßkrug, der für München als Stadt des Bieres steht. Die Malerpalette über der Schulter des Münchner Kindls bezeichnet München als Kunststadt. Galt München Ende des 19. Jahrhunderts als führende Stadt der Kunst in Deutschland (Thomas Mann: „München leuchtete“), bevorzugte die Avantgarde bald Berlin. Hohlwein kommentiert dies ironisch auf der Glaskanne mit der Aufschrift „Gruss aus der niedergehenden Kunststadt“. Hohlwein selbst blieb in München und machte sich dort insbesondere als Plakatkünstler, unter anderem mit zahlreichen Werken im „Dritten Reich“, einen Namen.

Datierung1904
OrtTheresienthal
HerstellerLudwig Hohlwein / Glashütte Theresienthal
MaterialGlas, Emailfarbe
Maße25,2 x 17,1 x 24,2 cm
CopyrightHaus der Bayerischen Geschichte

 

Holzpferdchen eines sowjetischen Zwangsarbeiters

In den Messerschmitt-Werken in Regensburg waren während des Zweiten Weltkrieges auch Kriegsgefangene und Häftlinge von Konzentrationslagern als Zwangsarbeiter eingesetzt. Ein 22-jähriger russischer Kriegsgefangener namens Iwan bastelte in seiner Freizeit dieses Holzpferd, um es später gegen Lebensmittel eintauschen zu können. Walter Gleixner, Lehrling in einem Zimmereibetrieb, nahm Kontakt mit einigen Kriegsgefangenen auf und freundete sich mit ihm an. Er tauschte einen Laib Brot gegen das Holzpferdchen, das als Weihnachtsgeschenk für seine Mutter gedacht war.

Datierung1943
OrtRegensburg
Herstellerrussischer Kriegsgefangener
MaterialHolz
Maßeca. 24,5 x 16,5 x 7 cm
CopyrightHaus der Bayerischen Geschichte

 

Bierkrug des Allgemeinen Schnauferl Clubs

Um die Wende zum 20. Jahrhundert fand das noch junge Fortbewegungsmittel Auto immer mehr Anhänger, die sich in Automobilclubs, wie dem 1900 in Nürnberg gegründeten „Allgemeinen Schnauferl Club“, organisierten.

Der Bierkrug des „Allgemeinen Schnauferl Clubs“ wurde anlässlich der 1. Herkomer-Konkurrenz im August 1905 herausgegeben. Die Herkomer-Konkurrenz wurde auf Initiative des Künstlers und Auto-Enthusiasten Hubert von Herkomer durchgeführt und war als Zuverlässigkeitsprüfung für Autos gedacht. Die Fahrzeuge mussten mehr als 900 Kilometer bewältigen, Start- und Zielpunkt der Rallye war München.

Auf dem Krug befindet sich das Clubwappen mit den Buchstaben ASC, die für den Clubnamen „Allgemeiner Schnauferl Club“ stehen. Das Symbol in der Mitte des Wappens stellt einen Einzylindermotor dar, wie er in vielen frühen Automobilen verbaut war.

Datierung1905
Ortunbekannt
HerstellerKrug: unbekannt, Deckel: Brüder Thannhäuser
MaterialSteinzeug, Zinn
Maßeca. 22 x 10,5 x 14,7 cm
CopyrightHaus der Bayerischen Geschichte

 

Spotttuch auf Napoleon

Die Abbildungen auf dem Taschentuch stellen Szenen aus Napoleons Herrschaft spöttisch dar. Das zentrale mittlere Feld spielt auf Napoleons verhängnisvollen Russlandfeldzug 1812 an: Napoleon flieht vor der Personifikation Russlands, die drohend den Säbel hebt, und wendet sich hilfesuchend an Preußen. Doch auch Preußen, seit 1807 Verbündeter Frankreichs, greift bereits zur Waffe und deutet so das Ende der napoleonischen Herrschaft über Europa an.

Der Text ist auf Deutsch und Englisch abgedruckt. Vermutlich wurde das Taschentuch in England hergestellt, war aber auch für den deutschen Markt bestimmt. Dass das Taschentuch auch in Bayern verwendet wurde, zeugt von der antinapoleonischen Stimmung in Bayern.

Taschentücher wurden oftmals als Medium für politische Botschaften benutzt, da sich so Zensurbestimmungen umgehen ließen. Zudem war der potentielle Käuferkreis groß – ein Taschentuch braucht schließlich jeder.

Datierung1812-1815
OrtEngland
Herstellerunbekannt
MaterialKattun, Baumwolle, Druckfarbe
Maße

ca. 78 x 83,5 cm

CopyrightHaus der Bayerischen Geschichte

 

Bauarbeiter-Bekleidung aus der Walhalla

Die Walhalla wurde 1842 von Ludwig I. eröffnet, der mit dem Gebäude bedeutende deutschsprachige Persönlichkeiten ehren wollte. Einen Einblick in die Bauzeit der Walhalla geben ein Hut und zwei Schuhe, die auf dem Dachboden der Walhalla gefunden wurden. Sie dienten vermutlich als Schutzkleidung für die Bauarbeiter. Der Filzhut wurde bei Malerarbeiten getragen, denn Reste von eingetrockneten Farbspritzern sind noch heute erkennbar. Die Schuhe sind sehr groß, so dass die Bauarbeiter sie vermutlich über ihre eigentlichen Schuhe zogen. Diese Überschuhe kamen wahrscheinlich zum Einsatz, als der teure Fußboden der Walhalla bereits verlegt war und geschützt werden musste.

Datierung

1. Hälfe 19. Jahrhundert

Ort

Herstellungsort unbekannt, Fundort Walhalla/Donaustauf

Hersteller

unbekannt

Material

Filzüberschuh 1: Filz, Metall, Blei
Filzüberschuh 2: Filz, Garn
Filzhut: Filz, Farbe

Maße

Filz-Überschuh 1: ca. 10 x 36 x 19 cm
Filz-Überschuh 2: ca. 9 x 36 x 20 cm
Filz-Hut: ca. 12 x 20 x 20 cm

Copyright

Haus der Bayerischen Geschichte

 

Zweispitz und Säbel für Beamte

Im neugeschaffenen Königreich Bayern wurden in den Jahren 1806-1808 Beamtenuniformen eingeführt oder bereits bestehende Uniformen vereinheitlicht. Die Beamtenuniform diente dazu, die Träger als Teil der Staatsgewalt auszuweisen.

Ein wichtiger Bestandteil der Uniformen war die Kopfbedeckung, an der verpflichtend ein Abzeichen (Kokarde) in den bayerischen Landesfarben getragen werden musste. Je nach Rang des Trägers war der Beamtenhut mit weiteren Dekorationen verziert. Die Beamten durften den Hut weder zur Privatkleidung tragen, noch war es ihnen erlaubt, einen Privathut zu ihrer Uniform zu tragen.

Zur Uniform gehörte auch der Beamtensäbel. Der vorliegende Säbel weist seinen Träger durch seine Gestaltung als bayerischen Beamten aus: Am Griff befindet sich ein Löwenkopf sowie eine Reliefdarstellung mit bayerischem Rautenwappen und einer Königskrone.

Zweispitz

Datierung19. Jahrhundert
Ortunbekannt
Herstellerunbekannt
MaterialLeder, Stoff, Draht, Samt,  Metall
Maßeca. 15,8 x 42,5 x 18 cm
Copyright

Haus der Bayerischen Geschichte

Säbel

Datierung

1871-1918

Ortunbekannt
Herstellerunbekannt
MaterialMetall, Gold, Perlmutt
Maßeca. 88,5 x 10,5 x 4,5 cm
CopyrightHaus der Bayerischen Geschichte

Porzellanfigur Nymphenburg „Münchner Bürgersfrau“

Die handbemalte Figur ist die erste Trachtenfigur der Porzellanmanufaktur Nymphenburg überhaupt. Sie zeigt eine Münchner Bürgersfrau, die für den Gang zur Kirche ihre kostbare Sonntagstracht mit Mieder, Schultertuch und Bluse trägt. Die Figur spiegelt damit eine gesellschaftliche Entwicklung wider, in deren Folge das Tragen von Tracht sogar in höchsten Kreisen gesellschaftsfähig wurde. Gefördert wurde diese Entwicklung durch die Wittelsbacher Herrscher, allen voran Maximilian II. (1848-1864), der als erster bayerischer Herrscher selbst Tracht trug.

Datierung

1850

Ort

München

Hersteller

Porzellanmanufaktur Nymphenburg , Entwurf: Eugen Napoleon Neureuther

Material

Porzellan, Farbe

Maße

ca. 13,5 x 6,5 x 5,5 cm

Copyright

Haus der Bayerischen Geschichte

 

Trompete von Franz Bauer

Trompeter von König Ludwig II.

Franz Bauer (1865-1946) war Trompeter im 6. Chevauleger-Regiment der Königlich Bayerischen Armee in Bayreuth. Der begabte Musiker wurde Ludwig II. empfohlen und am 1.10.1885 zum persönlichen Dienst beim König abkommandiert. Mit im Gepäck war diese Trompete, deren Trichterrand mit Gravuren verziert ist. Zu Franz Bauers Aufgaben gehörte neben dem Musizieren das Servieren bei Tisch, die Bedienung beim An- und Auskleiden und die Begleitung als Reiter auf den legendären Ausfahrten nach Einbruch der Dunkelheit. Franz Bauer genoss offenbar die besondere Wertschätzung des Königs. Er erhielt von ihm eine Taschenuhr mit dem Porträt Ludwigs II. Am 30.4.1886 wurde Franz Bauer zurück nach Bayreuth beordert. Wenige Wochen später starb Ludwig II. unter mysteriösen Umständen.

Nach dem Ende seiner Militärlaufbahn ließ Franz Bauer die Trompete in seinem Elternhaus in Gößweinstein. Die Trompete weist starke Gebrauchsspuren auf, die auf eine intensive Nutzung hinweisen. An einer Stelle wurde eine Naht sogar mit einem Heftpflaster repariert.

Datierung1. Hälfte 19. Jahrhundert
Ortvermutlich München
Herstellervermutlich Wilhelm Heß
MaterialMetall
Maßeca. 46 x 21 x 12,3 cm
CopyrightHaus der Bayerischen Geschichte

 

Katalog der Velocipedfabrik Gebr. Goldschmidt

Die Fahrradfabrik der Gebrüder Goldschmidt war die älteste Fahrradfabrik auf dem europäischen Festland. Das Fabrikgebäude in Neumarkt in der Oberpfalz wird stolz auf der Vorderseite des Warenkatalogs gezeigt. Die 32-seitige Broschüre bewirbt die verschiedenen Fahrradmodelle, die Ende des 19. Jahrhunderts in Mode waren: Neben Hochrädern finden sich bereits niedrige Sicherheitsräder. Aber auch Exotisches wird angeboten: Tandemräder, Dreiräder und sogar Tandemdreiräder.

Das Unternehmen wurde 1897 in Fahrrad-Expresswerke umbenannt: Velocipedfabrik klang nun zu altmodisch. Im Dritten Reich wurde die Firma "arisiert", 1945 trafen Bomben die Fabrikanlagen schwer. 1959 wurde die Produktion von Fahrrädern in Neumarkt eingestellt.

Datierung1891
OrtAugsburg
Hersteller

Lithophanie Kunst-Anstalt Wilhelm Fiek

Material

Papier, Metall

Maße

ca. 23,6 x 17,1 x 0,2 cm

Copyright

Haus der Bayerischen Geschichte

 

Fensterbehang anlässlich der Goldenen Hochzeit König Ludwigs III.

Der ganz in den Landesfarben weiß und blau gehaltene Fensterbehang zeigt das bayerische Rautenwappen, das von zwei bekrönten Löwen gehalten wird. Über dem Wappen befindet sich eine Königskrone. Der Fensterbehang zierte anlässlich der Goldenen Hochzeit König Ludwigs III. und seiner Frau Marie Therese am 20.2.1918 eine Münchner Straße. Das zeigt, dass die Wittelsbacher in der Bevölkerung nach wie vor gewissen Rückhalt hatten – obwohl der Erste Weltkrieg schon fast vier Jahre dauerte und die Versorgungslage immer schlechter wurde. Was im Februar 1918 noch nicht absehbar war: Die Goldene Hochzeit sollte nach mehr als 700 Jahren Landesherrschaft das letzte große Fest der Wittelsbacher Monarchie in Bayern sein. Wenige Monate nach der Feier rief Kurt Eisner den Freistaat aus. Ludwig III. floh und die Herrschaft der Wittelsbacher brach binnen Tagen zusammen.

Datierung

1918

Ort

unbekannt

Hersteller

unbekannt

Material

Textil

Maße

82 x 106 cm

Copyright

Haus der Bayerischen Geschichte

 

Emaille-Werbeschild Unionsbräu Schülein & Co, München

Der Unionsbräu wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Joseph Schülein gegründet. Der Münchner Brauer jüdischen Glaubens war bald erfolgreich und konnte 1905 die Münchner Kindl Brauerei übernehmen. Das Werbeschild stammt aus der Zeit nach der Übernahme: Rechts auf dem Schild ist die Werbefigur der Münchner Kindl Brauerei zu sehen, die „Schützenliesl“, die als Symbolfigur bayerischer Wirtshauskultur schlechthin gilt. Das Münchner Kindl links im Bild sitzt auf einem Bierfass mit der Aufschrift „Union München“.

Als Unionsbräu 1921 mit Löwenbräu fusionierte, wurde der bekanntere Name Löwenbräu übernommen. Die Familie Schülein spielte aber weiterhin eine bedeutende Rolle in dem Unternehmen. Joseph Schülein war im Aufsichtsrat, sein Sohn Hermann Schülein war ab 1924 Vorstandsvorsitzender von Löwenbräu.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 beendete die erfolgreiche Karriere der Schüleins schlagartig. Joseph Schülein zog sich nach Hetze gegen das „Judenbier“ 1933 aus dem Unternehmen zurück. Er starb 1938. Seine Kinder emigrierten in die USA. Der Familienbesitz wurde von den Nationalsozialisten enteignet.

Datierung

1900er/1910er Jahre

OrtMünchen
Hersteller

Emailwerk der Eisenwerke Gaggenau A. G.

Material

Metall, Emaille, Farbe

Maße

ca. 33 x 50 x 2 cm

CopyrightHaus der Bayerischen Geschichte

 

Fahrrad von Franz Josef Strauß

Franz Josef Strauß war ein passionierter Radfahrer, der in seiner Jugend auch Straßenrennen gewann. 1934 wurde er süddeutscher Straßenmeister im Radrennfahren. Auch in seiner Zeit als aktiver Politiker behielt er die Leidenschaft für den Radsport bei – und nutzte ihn für öffentlichkeitswirksame Auftritte, wie etwa beim Münchner Sechstagerennen. Gekauft hat Franz Josef Strauß das Fahrrad bei Konrad Altmann, einem bekannten Münchner Fahrradhändler.

Datierung

1930er Jahre

OrtNürnberg
HerstellerSteyr Daimler Puch
Material

Metall, Edelstahl, Gummi, Holz, Leder

Maße

ca. 98 x 176 x 44 cm

Copyright

Haus der Bayerischen Geschichte

 

Kaugummiautomat und Spielzeugautomat aus dem Hochwasser 2013

Im Juni 2013 kam es nach Dauerregen zu einem Jahrhunderthochwasser, das Niederbayern besonders hart traf. In Passau waren die Pegelstände so hoch wie seit 500 Jahren nicht mehr. Das Hochwasser setzte zahllose Häuser unter Wasser und beschädigte dabei viele Gegenstände so schwer, dass sie auf einen eigens für Hochwassermüll eingerichteten Schrottplatz in Hellersberg bei Passau gebracht wurden. Auch ein Kaugummi- und ein Spielzeugautomat, die vermutlich in einem Gebäude in oder bei Passau aufgestellt waren, wurden auf der Halde entsorgt. Beide zeigen deutliche Spuren des Hochwasserschlamms.

Datierung

2010er Jahre

Ort

Passau oder Umgebung

Hersteller

unbekannt

Material

Metall, Kunststoff, Papier, Aufkleber, Beton

Maße

ca. 123 x 49 x 28 cm

Copyright

Haus der Bayerischen Geschichte