Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Deutschland in 4 Gebiete aufgeteilt worden.
In jedem Teil war ein anderes Land der Chef.
Im Süden von Deutschland waren das die USA.
Das war für Bayern gut.
Die USA haben den Bayern die Demokratie zurück gebracht.
Demokratie heißt:
Jeder Mensch kann mitbestimmen, was in einem Land gemacht wird.
Zum Beispiel durch Wahlen.
Nach der Wahl im Jahr 1946 hat Bayern eine eigene Verfassung bekommen.
Wilhelm Hoegner war damals Minister-Präsident von Bayern.
Die USA haben ihn zum Minister-Präsidenten gemacht.
Er hat für die Verfassung wichtige Ideen gehabt.
Und viele davon wurden in die Verfassung geschrieben.
Die Verfassung war sehr wichtig für Bayern.
Zum Beispiel steht am Anfang von der Verfassung:
Bayern ist ein Freistaat.
Das ist so auch schon in der Verfassung vom Jahr 1919 gestanden.
Ein Freistaat ist wie ein Bundes-Land.
Er hat die gleichen Rechte wie ein Bundes-Land.
Bayern ist nun ein Rechts-Staat geworden.
Damit ist gemeint:
In Bayern gibt es Gesetze.
Und an diese Gesetze muss sich jeder Mensch halten, der in Bayern wohnt.
Wichtig dabei ist auch:
Jeder Mensch hat die gleichen Rechte.
Dafür sorgen unabhängige Gerichte.
Unabhängig heißt hier:
Die Gerichte entscheiden so, wie sie es für richtig halten.
Und nicht, wie es ihnen jemand anderes sagt.
Mit der neuen Verfassung ist Bayern zum Kultur-Staat geworden.
Und auch zu einem Sozial-Staat.
Mit Kultur-Staat ist gemeint:
Die Kultur ist in Bayern wichtig.
Mit Kultur ist zum Beispiel Musik gemeint.
Oder das Malen von Bildern.
Diese Dinge sind in Bayern sehr wichtig und werden gefördert.
Mit Sozial-Staat ist zum Beispiel gemeint:
In Bayern wird armen Menschen geholfen.
Zum Beispiel Menschen, die keine Arbeit mehr haben.
Und zu wenig Geld zum Leben haben.
Und auch das war gut mit der neuen Verfassung:
Jeder Mensch in Bayern hat nun das Recht auf Arbeit.
Und auf guten Lohn.
Guter Lohn heißt:
Man verdient so viel Geld, wie man zum Leben braucht.
Im Jahr 1949 hat es eine wichtige Abstimmung gegeben.
Das war die Abstimmung über das deutsche Grund-Gesetz.
Eine Abstimmung ist so etwas wie eine Wahl.
Im Grund-Gesetz stehen die wichtigsten Gesetze von Deutschland.
Diese Gesetze gelten für alle Menschen in Deutschland.
Gesetze sind Regeln, an die sich jeder Mensch halten muss.
Bei dieser Abstimmung haben die Landtage aus den Bundes-Ländern mitgemacht.
Ein Landtag ist eine Gruppe von Politikerinnen und Politikern.
Sie werden von den Menschen in einem Bundes-Land gewählt.
Der Landtag bestimmt die Politik in einem Bundes-Land.
Zum Beispiel macht ein Landtag die Gesetze in einem Bundes-Land.
Alle Landtage haben für das Grund-Gesetz gestimmt.
Das heißt:
Sie wollten das Grund-Gesetz.
Nur der bayerische Landtag war gegen das Grund-Gesetz.
Bayern wollte ein Teil von Deutschland sein.
Aber es wollte nicht alle Gesetze aus dem Grund-Gesetz übernehmen.
Die Gesetze und Regeln aus der bayerischen Verfassung waren dem Landtag wichtiger.
Trotzdem ist das Grund-Gesetz auch in Bayern gültig.
In der bayerischen Verfassung gibt es einen besonderen Paragrafen.
Mit einem Paragrafen ist hier ein Abschnitt in der Verfassung gemeint.
Der Paragraf ist deshalb besonders:
Es gibt in keiner anderen Verfassung einen solchen Paragrafen.
Damit ist die Verfassung von anderen Bundes-Ländern in Deutschland gemeint.
Der Paragraf wird in Bayern Schwammerl-Paragraf genannt.
Schwammerl ist das bayerische Wort für Pilze.
Dort steht:
Jeder Mensch in Bayern hat das Recht auf freien Zugang zur Natur.
Damit ist zum Beispiel gemeint:
Jeder Mensch in Bayern kann in einen Wald gehen.
Niemand kann ihm das verbieten.
Auch nicht der Besitzer von dem Wald.