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Kaempfer, Richard

Geboren: Posen (heute: Poznań/Polen), 29.08.1884
Gestorben: Cooperstown (USA), 10.11.1966
Beruf(e)/Ämter:Kaufmann
Wohnort(e):München
Konfession:israelitisch
Gruppe:Landessoldatenrat/Standort München
Leider kein
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Mitgliedschaft im Bayer. Parlament:
  • Provisorischer Nationalrat: 1918-1918
Provisorischer Nationalrat 1918-1919 (anzeigen)

Biogramm:
  • Bis 1900 Schulausbildung in Posen und Berlin
  • Zunächst technische Ausbildung in einer mechanischen Werkstatt, anschließend kaufmännische Lehre
  • Danach als Expedient, Buchhalter und Reisender tätig
  • 1910 Beitritt zur Sozialdemokratischen Partei
  • Ab 1911 Mitglied des Zentralverbands der Angestellten
  • Bis 1914 Buchhalter in Frankfurt a.Main
  • Nach zweijähriger Tätigkeit für Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine in Gröba-Riesa (Sachsen) Übersiedelung nach München
  • Ab 1916 in der Münchner Friedensbewegung aktiv
  • 1917 Heirat mit Hedwig Kämpfer
  • Mitbegründer und USPD-Vorstandsmitglied in München
  • In der Regierung Eisner Sekretär des Ministers für Soziale Fürsorge, Hans Unterleitner
  • 1918 Mitglied des Soldatenrats in München
  • Dez. 1918 Delegierter zum 1. Rätekongress in Berlin (USPD-Fraktion) (Schriftführer beim 1. Rätekongress)
  • Wegen Teilnahme am Januarstreik 1919 inhaftiert
  • Jan. 1919-1922 Redakteur der USPD-Zeitungen "Neue Zeitung", "Der Kampf" und "Münchner Morgenpost"
  • 1922-1923 Kontorist der AOK München
  • 1923-1932 Prokurist in einem Münchner Weinimport-Geschäft
  • Anschließend durch Konkurs der Firma arbeitslos
  • 1932 Mitbegründer, ehrenamtlicher Bezirksvorsitzender Oberbayern-Schwaben der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) und deren Kandidat für die Landtagswahl in Bayern
  • 1933 unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten mehrere Haussuchungen durch die SA
  • 30.08.1933 Flucht über Österreich und die Schweiz nach Paris, seine Frau und seine Tochter folgen 1934 nach
  • In Paris als Gelegenheitsarbeiter tätig
  • 1939 bei Kriegsausbruch in verschiedenen Lagern interniert, zum Schluss in der Nähe von Brest
  • Nach Auflösung des Internierungslagers in Folge der fortschreitenden Besetzung Frankreichs Flucht ins unbesetzte Gebiet - dort vom Flüchtlingskomitée unterstützt
  • Herbst 1942 aufgrund der beginnenden Judenverfolgung durch die Vichy-Regierung Flucht in die Schweiz, dort als Flüchtling anerkannt, allerdings ohne Arbeitsberechtigung, unterstützt durch das International Rescue Committee in New York
  • 29.08.1945 Emigration in die USA, Tätigkeit als Gelegenheitsarbeiter, später als Hausverwalter in New York
GND: 133533883
Literatur/Quellen:
  • Roß, Sabine (Bearb.), Biographisches Handbuch der Reichsrätekongresse 1918/19, Düsseldorf 2000 (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, 11), Nr. 1425, S. 156

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