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Zwangsarbeit im Nationalsozialismus

Während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) mussten viele Menschen für das nationalsozialistische Deutsche Reich Zwangsarbeit leisten. Das bedeutet: Sie mussten arbeiten und wurden dazu gezwungen. Viele von ihnen kamen aus Ländern, die von Deutschland besetzt waren. Sie kamen zum Beispiel aus Polen, der Sowjetunion, Frankreich oder den Niederlanden. Einige dieser Männer und Frauen wurden verschleppt, kamen als Kriegsgefangene nach Deutschland, wurden in Konzentrationslagern interniert oder mit Gewalt zur Arbeit gezwungen.

In dieser Zeit arbeiteten auch in Bayern Hunderttausende Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Es waren Männer, Frauen und sogar Kinder.

Weil viele deutsche Männer als Soldaten im Krieg waren, fehlten Arbeitskräfte. Der NS-Staat setzte deshalb immer mehr ausländische Menschen zur Zwangsarbeit ein. Sie mussten zum Beispiel in Fabriken, in der Landwirtschaft, auf Baustellen und in privaten Haushalten arbeiten. Zwangsarbeit machte es möglich, trotz des Krieges viele Waren und Lebensmittel für die Menschen in Deutschland zu produzieren. Viele Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter stellten auch Waffen, Munition und andere Dinge für den Krieg her.

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen waren für viele Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sehr schlecht. Die betroffenen Personen lebten oft in engen, schlecht ausgestatteten Unterkünften. Häufig bekamen sie zu wenig Essen. Wie schlecht die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter behandelt wurden, hing auch davon ab, aus welchem Land sie kamen. Der NS-Staat behandelte Menschen aus verschiedenen Ländern unterschiedlich und manche Gruppen von ihnen besonders grausam. Etwa 2,5 Millionen von ihnen kamen ums Leben, vor allem Häftlinge in den Konzentrationslagern und Kriegsgefangene aus der Sowjetunion.

Im gesamten Deutschen Reich und den von Deutschland besetzten Gebieten mussten zwischen 12 und 20 Millionen Menschen aus dem Ausland Zwangsarbeit leisten. Da die Aufzeichnungen oft unvollständig sind oder vernichtet wurden, lässt sich weder für Bayern noch für das Deutsche Reich eine genaue Zahl ermitteln. Allein in München mussten mindestens 150.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in verschiedenen Branchen Schwerstarbeit leisten.

Arbeitsaufträge

1. Erkläre mit eigenen Worten:

a) Warum setzte der NS-Staat ab 1939 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ein?

b) Welche genauen Arbeiten mussten sie verrichten?

 

2. Arbeitet zu zweit. Lest die kurzen Texte über die Personen auf den Fotos. Schaut euch anschließend die Videos der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen an. Füllt das Arbeitsblatt (Material 4) in Stichpunkten aus. 

Klickt auf das Foto, um das Video zu starten.

3. Arbeitet in Kleingruppen. Findet heraus, ob es während der NS-Zeit Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in eurer Stadt oder Gemeinde gab.

a) Wo mussten sie arbeiten?

b) Gibt es heute einen Ort, eine Gedenktafel oder eine andere Form der Erinnerung an sie?

c) Stellt eure Ergebnisse kurz der Klasse vor.

 

Vertiefungsaufgabe

Zwangsarbeit im Nationalsozialismus betraf unterschiedliche Personengruppen.

 

Arbeitet zu zweit. Sucht Informationen zu diesen Begriffen:

a) „Fremdarbeiter“

b) „Zivilarbeiter“

c) „Ostarbeiter“

d) „Fremdvölkische“

e) „Sklavenarbeiter" 

 

Findet zu jedem Begriff heraus: 

1. Welche Menschen waren damit gemeint?

2. Wie wurden diese Personen behandelt?

Hinweis: Die Begriffe waren abwertende Bezeichnungen der nationalsozialistischen Machthaber. Heute verwendet man meist den Begriff Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.

 

Erklärt euch eure Ergebnisse gegenseitig. Diskutiert auch: Was verraten diese Begriffe darüber, wie die Nationalsozialisten über die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter dachten?