Anita Augspurg
Deutsche Juristin, Pazifistin und Frauenrechtsaktivistin
Eine Erbschaft ihrer Großmutter ermöglicht der Juristin Anita Augspurg ein finanziell unabhängiges Leben.
Die überzeugte Pazifistin engagiert sich in der Frauenbewegung. Während der Revolution arbeitet sie mit Kurt Eisner zusammen und ist 1918/19 Mitglied im Provisorischen Nationalrat. Bei der Landtagswahl 1919 kandidiert sie erfolglos für die USPD. In der von ihr publizierten Monatsschrift Die Frau im Staat kritisiert sie politische Missstände in der Weimarer Republik und die aufkommende NS-Bewegung.
Im Frühjahr 1923 beantragt sie gemeinsam mit Ellen Ammann und Lida Gustava Heymann die Ausweisung Adolf Hitlers wegen Volksverhetzung. Die Nationalsozialisten stören fortan immer wieder ihre Veranstaltungen.
Biogramm
| 1878 | Lehrerinnenexamen in Berlin; zugleich privater Schauspielunterricht |
| 1881–1885 | Schauspielengagements in Meiningen, Augsburg, Riga und Amsterdam |
| 1887 | Eröffnung des Fotoateliers „Elvira“ in München, gemeinsam mit Sophia Goudstikker |
| 1891 | Mitbegründerin des deutschen Frauenvereins „Frauenwohl“ |
| 1893–1897 | Jurastudium in Zürich |
| 1897 | Rückkehr nach München als erste deutsche promovierte Juristin |
| 1907 | Gründung des Deutschen Vereins für Frauenstimmrecht, zusammen mit Lida Gustava Heymann |
| 1915 | Teilnahme am Internationalen Frauenkongress in Den Haag und später Mitbegründerin der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit |
| 1918–1919 | Mitglied im Provisorischen Nationalrat des Freien Volksstaates Bayern |
| 1919 | Im Januar erfolglose Kandidatur für die USPD bei der Landtagswahl |
| 1923 | Im Frühjahr gemeinsam mit Ellen Ammann und Lida Gustava Heymann erfolgloser Antrag auf Ausweisung Adolf Hitlers beim bayerischen Innenminister Franz Xaver Schweyer |
| 1933 | Schweizer Exil, gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin Lida Gustava Heymann |