Kurt Eisner
Erster Ministerpräsident des Freistaats Bayern
Kurt Eisner ist Mitbegründer der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD) in Bayern, die sich im April 1917 im Streit um die Kriegspolitik von den Mehrheitssozialdemokraten abspaltet.
Im Januar 1918 ist er einer der Anführer des Munitionsarbeiteraufstands in Bayern und wird dafür bis Oktober inhaftiert. Nach seiner Entlassung strebt er den Umsturz an, der ihm und seinen Mitstreitern mit der Proklamation des Freistaats Bayern in der Nacht vom 7. auf den 8. November gelingt.
Der neu gegründete Arbeiter- und Soldatenrat wählt Eisner zum Ministerpräsidenten. Während seiner Regierungszeit bringen ihm sein Festhalten am Rätesystem, das Verzögern der Landtagswahlen sowie das Eingeständnis der Kriegsschuld Deutschlands Kritik von allen Seiten ein.
Am 21. Februar 1919 wird er auf dem Weg zur ersten Sitzung des demokratisch gewählten Landtags auf offener Straße erschossen.
Biogramm
| 1897 | Neunmonatige Haft im Gefängnis Plötzensee wegen Majestätsbeleidigung |
| 1898 | Anstellung als Redakteur bei der SPD-Zeitung Vorwärts und SPD-Eintritt |
| 1907–1910 | Redakteur der sozialdemokratischen Fränkischen Tagespost in Nürnberg |
| 1910 | Übersiedelung nach München und Tätigkeit für die sozialdemokratische Münchener Post |
| 1915 | Ende 1914/Anfang 1915 Entwicklung zum Kriegsgegner |
| 1918 | Am 31. Januar Festnahme aufgrund seiner Anführerschaft beim Januarstreik in München Im Oktober Entlassung aus der Haft wegen er Aufstellung als USPD-Kandidat für eine Nachwahl zum Reichstag Am 7./8. November Umsturz und Proklamation des Freistaates Bayern; Wahl zum ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern |
| 1919 | Am 21. Februar vom rechtsradikalen Studenten Anton Graf von Arco auf Valley auf offener Straße erschossen |