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Erhard Auer

Wegbereiter der parlamentarischen Demokratie

Erhard Auer fordert seit Herbst 1917 Reformen zur Umwandlung Bayerns in eine parlamentarische Monarchie. 

Anders als sein politischer Kontrahent Kurt Eisner (USPD) lehnt der SPD-Politiker einen revolutionären Umsturz ab. Um ein Ausgreifen der Ideen Eisners zu verhindern, tritt Auer am 7. November 1918 neben diesem als Redner auf der Münchner Theresienwiese auf. Während Auer anschließend mit einem Großteil der Demonstrierenden abzieht, führt Eisner mit seinen Anhängern den Umsturz herbei. Auer tritt als Innenminister in Eisners Revolutionsregierung ein und verteidigt das parlamentarische System gegen eine Räteherrschaft. 

Gegen die Befürworter des Rätesystems setzt er einen frühen Landtagswahltermin am 12. Januar 1919 durch. Am 21. Februar 1919 wird er bei einem Attentat während der ersten Sitzung des neu gewählten Landtags schwer verwundet.

Biogramm

18861894Beschäftigung als Landarbeiter
1892Eintritt in die SPD
1896Privatsekretär des Landesvorsitzenden der bayerischen SPD, Georg von Vollmar
19071933Abgeordneter im Bayerischen Landtag
19081921Erster Landessekretär der bayerischen SPD
1918Am 7. November gemeinsam mit Kurt Eisner Hauptredner bei der Friedensdemonstration auf der Münchner Theresienwiese 
19181933Landesvorsitzender der SPD in Bayern
19191933Mitglied des Münchner Stadtrats und Vizepräsident des Bayerischen Landtags
1919Am 21. Februar schwere Verwundung bei einem Attentat im Bayerischen Landtag
19201933Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion; entschiedener Gegner des Nationalsozialismus
19221933(Chef-)Redakteur der sozialdemokratischen Münchener Post
1933

Am 9. Mai Angriff von Nationalsozialisten auf Auer im Münchner Stadtrat

Ab 22. Mai zehntägige „Schutzhaft“ und anschließendes Aufenthaltsverbot in München

1934Dauerhafter Aufenthalt in Karlsruhe
1944Bei der durch die Gestapo geplanten Verhaftung wegen seines schlechten Gesundheitszustands nicht mehr transportfähig