Seitenübersicht

Heinrich Hoffmann

Selbst ernannter „Leibfotograf“ Hitlers

Heinrich Hoffmann lernt das Fotografenhandwerk im väterlichen Atelier in Regensburg.

Ab 1909 in München ansässig, wird er durch die Dokumentation von Revolution und Räterepublik 1918/19 politisiert. Im April 1920 tritt er der NSDAP bei. 

Bei seinen Fotografien arbeitet Hoffmann mit gestellten Szenen, Collagen und Manipulationen. Beim Hitler-Putsch 1923 fotografiert er am 9. November Putschisten in der Stadt, verpasst aber den Demonstrationszug. Vom Schusswechsel an der Feldherrnhalle fertigt er rückwirkend Bildcollagen an.

Hoffmann setzt alles daran, Hitlers „Leibfotograf“ zu werden. Als solcher hält er stundenlange Atelierssitzungen mit ihm ab. Später entwickelt sich Hoffmann zur zentralen Figur der NS-Bildpropaganda.

Biogramm

1888   Umzug der Familie aus Fürth nach Regensburg
1897–1900Ausbildung im Fotoatelier des Onkels und des Vaters in der Fröhliche-Türken-Straße 14 in Regensburg
1900–1909Gehilfe in Fotoateliers in Deutschland, Schweiz und nach eigener Aussage in Großbritannien 
1909Eröffnung eines eigenen Ateliers in München, Schellingstraße 33
1917Kurzzeitig Soldat im Ersten Weltkrieg
1919Veröffentlichung der Broschüre „Ein Jahr bayerische Revolution im Bilde“
1920Im April Eintritt in die NSDAP
1923Entstehung der ersten Hitlerporträts Hoffmanns in seinem Fotostudio
1925                 Wiedereintritt in die neugegründete NSDAP
1926Mitinitiierung der Parteizeitschrift Illustrierter Beobachter
1929–1933 Mitglied im Münchner Stadtrat
1929Im Oktober in Hoffmanns Atelier Begegnung Hitlers mit Eva Braun, seiner späteren Geliebten
1933–1945Funktion als „Reichsbildberichterstatter der NSDAP“, Veröffentlichung von zahlreichen Fotobänden zu Hitler und der NSDAP; enger Vertrauter Hitlers
1945Im April Verhaftung durch die US-Armee
1947Im Entnazifizierungsverfahren zunächst Einstufung als „Hauptschuldiger“
1950Herabstufung zum „Belasteten“ und Entlassung aus der Haft
1953Aufhebung der Berufsbeschränkung