Ernst Pöhner
Im Mai 1919 wird der Gefängnisdirektor Ernst Pöhner zum neuen Präsidenten der Münchner Polizei ernannt.
Pöhner ist Mitglied des völkisch-nationalistischen Alldeutschen Verbandes und der antisemitischen Thule-Gesellschaft. Der Polizeipräsident pflegt enge Kontakte zu paramilitärischen Verbänden, setzt sich für eine verschärfte Ausländerpolitik ein, verschafft Republikfeinden Unterschlupf, fördert die NSDAP und vertuscht politisch motivierte Morde von rechts.
Im März 1920 unterstützt er den Sturz von Ministerpräsident Johannes Hoffmann.
Am Hitler-Putsch 1923 ist er aktiv beteiligt. Von den fünf Jahren Festungshaft, zu denen er im anschließenden Prozess verurteilt wird, muss er nur drei Monate verbüßen.
Biogramm
| 1887–1891 | Studium der Rechtswissenschaften |
| ab 1891 | Jurist im bayerischen Justizdienst in Amberg, Landshut, Nürnberg und München |
| 1914–1918 | Kriegsteilnehmer als Hauptmann der Reserve |
| 1919 | Leiter des Strafvollzugsgefängnisses München-Stadelheim, ab Mai Präsident der Polizeidirektion München |
| 1920 | Erste Kontakte zu Adolf Hitler |
| 1921 | Rücktritt als Polizeipräsident (im Gefolge des Rücktritts der Regierung Kahr) und Ernennung zum Rat am Bayerischen Obersten Landesgericht |
| 1923 | Beteiligung am Hitler-Putsch, von den Putschisten als neuer Bayerischer Ministerpräsident vorgesehen |
| 1924 | Verurteilung zu fünf Jahren Festungshaft Fraktionsvorsitzender im Landtag für den „Völkischen Block", Übertritt zur Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) im Dezember |
| 1925 | Antritt der Festungshaft und vorzeitige Haftentlassung drei Monate später Tod bei einem Verkehrsunfall; bei seinem Begräbnis erster öffentlicher Auftritt der SS |