Paula Schlier
Investigativ-Journalistin und Schriftstellerin
Paula Schlier zieht 1921 nach München und sorgt als Sekretärin in verschiedenen Verlagen für ihr Auskommen.
Anfang 1923 besucht sie einen Bierkellerauftritt Adolf Hitlers und warnt anschließend im Nürnberger Anzeiger vor den Gefahren des Nationalsozialismus. Als eine der ersten Undercover-Journalistinnen überhaupt schleust sie sich 1923 als Schreibkraft in die Redaktion des Völkischen Beobachters ein.
1926 veröffentlicht sie ihr Werk Petras Aufzeichnungen oder Konzept einer Jugend nach dem Diktat der Zeit. Im Kapitel „In der Redaktion der Patrioten“ berichtet sie von ihren Erlebnissen mit den Nationalsozialisten während ihrer Zeit beim Völkischen Beobachter und während des Hitler-Putsches.
Biogramm
| 1915 | Schulabschluss an der Höheren Töchterschule in Ingolstadt |
| 1915–1918 | Nach einem Ausbildungskurs Arbeit beim Roten Kreuz als freiwillige Kriegskrankenschwester im Lazarett Ingolstadt |
| 1921 | Umzug nach München |
| 1923 | Investigative Undercover-Recherche als Schreibkraft in der Redaktion des Völkischen Beobachters Fluchthilfe für den NSDAP Ideologen Alfred Rosenberg nach dem Hitler-Putsch |
| 1926 | Veröffentlichung des Kapitels „In der Redaktion der Patrioten“ aus Petras Aufzeichnungen in der sozialdemokratischen Münchener Post, bis 1933 Veröffentlichungen in weiteren Zeitungen |
| 1927–1954 | Mitarbeiterin der Literaturzeitschrift Der Brenner |
| 1942 | Verhaftung nach Anzeige durch ihren Beichtvater bei der Gestapo wegen ihrer regimekritischen Äußerungen; Unterbringung in der Psychiatrischen Anstalt Eglfing-Haar anstatt im KZ Dachau aufgrund eines Gutachtens eines befreundeten Arztes, der ihr „religiösen Wahn“ bescheinigt; in Eglfing-Haar bis zu ihrer Flucht nach Tirol; Zeugin der NS-Krankenmorde |