Heinrich Held
1919–1924 BVP-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag
1924–1933 Bayerischer Ministerpräsident
Zwar bleibt Heinrich Held auch nach dem Ersten Weltkrieg ein Anhänger der Monarchie, arrangiert sich aber aus politischer Vernunft mit der Demokratie.
Ab November 1918 ist der in Regensburg beheimatete Held einer der führenden Köpfe der konservativ-katholischen Bayerischen Volkspartei (BVP). Sowohl Revolution als auch Nationalsozialismus lehnt er entschieden ab.
Nach Jahren der sogenannten „Beamtenministerpräsidenten“, die ohne großen Rückhalt der Regierungsparteien eine schwache Stellung innehaben, gelangt mit Held 1924 ein Kandidat mit starker politischer Rückendeckung ins Amt. Seine Position nutzt er zur Stabilisierung der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in Bayern.
Biogramm
| 1900 | Chefredakteur des konservativ-katholischen Regensburger Anzeigers |
| 1906 | Herausgeber und Miteigentümer des Regensburger Anzeigers |
| 1907–1918 | Abgeordneter der Zentrumspartei im Bayerischen Landtag, 1914–1918 deren Fraktionsvorsitzender |
| 1918 | Ab November einer der Wortführer der BVP |
| 1919– 1924 | BVP-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag |
| 1924–1933 | Bayerischer Ministerpräsident |
| 1925 | Aufhebung des NSDAP-Parteiverbots; BVP-Kandidat für die Reichspräsidentenwahl |
| Ab 1930 | Mit seinem Kabinett nur noch geschäftsführend und ohne parlamentarische Mehrheit im Amt |
| 1931/32 | Bekämpfung der NSDAP unter anderem durch ein Uniformverbot für die Partei |
| 1933 | Entmachtung am 9. März durch die Nationalsozialisten |
| 1934 | Verhinderung der drohenden „Schutzhaft“ für Held durch Eingreifen seines Arztes |