Rudolf Kanzler
Mitbegründer der Einwohnerwehrbewegung in Bayern
Der Vermessungsingenieur Rudolf Kanzler baut im April/Mai 1919 im Chiemgau die erste bayerische Einwohnerwehr auf. Die im Folgejahr entstandene Organisation Kanzler (Orka) knüpft enge Verbindungen zu den Heimwehrverbänden in Österreich, für die sie mehrere Tausend Waffen über die Grenze ins Nachbarland schmuggelt. Kanzlers Netzwerk reicht bald bis nach Ungarn.
Zusammen mit Georg Escherich, dem Leiter der paramilitärischen Organisation Escherich (Orgesch), baut er den Landesverband der Einwohnerwehren Bayerns auf. Bis zur Auflösung im Sommer 1921 ist Kanzler deren stellvertretender Landeshauptmann.
1923 übernimmt er den Vorsitz des Bayerischen Heimat- und Königsbundes.
Biogramm
| 1902 | Ernennung zum Bezirksgeometer |
| 1905–1918 | Landtagsabgeordneter für die katholische Zentrumspartei in Bayern |
| 1913–1920 | Leiter des Vermessungsamts Rosenheim |
| 1919 | Führung des Freikorps Chiemgau |
| 1920 | Leiter der paramilitärischen Organisation Kanzler (Orka) und stellvertretender Landeshauptmann des Landesverbandes der Einwohnerwehren Bayerns |
| 1921 | Auflösung der bayerischen Einwohnerwehren und der Orka Pensionierung |
| 1923 | Vorstand des Bayerischen Heimat- und Königsbundes |
| 1933 | Mehrmalige Verhaftung nach Auflösung des Bayerischen Heimat- und Königsbundes |
| 1934 | Flucht vor der während der Röhm-Affäre drohenden Ermordung |