Wilhelm Hoegner
SPD-Politiker und Gegner Hitlers
1945–1946 und 1954–1957 Bayerischer Ministerpräsident
Der Jurist Wilhelm Hoegner tritt 1919 der SPD bei und wird 1924 erstmals in den Bayerischen Landtag gewählt. Im selben Jahr beobachtet er den Hitler-Prozess und ist fassungslos über die groben Verfahrensfehler.
Im Landtag setzt er die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zu den Putsch-Ereignissen des Jahres 1923 durch und wird dort Mitberichterstatter. Da die Ausschussmehrheit an einer Aufklärung der Verstrickung staatlicher Stellen in den Putsch nicht interessiert ist, veröffentlicht Hoegner seine Erkenntnisse in einer von der SPD herausgegebenen Schrift 1928 anonym.
Doch seine brisanten Ergebnisse werden ignoriert und bleiben ohne strafrechtliche Konsequenzen für die Schuldigen.
Biogramm
| 1911 | Abschluss des Jurastudiums in Berlin, München und Erlangen mit Promotion |
| 1914 | Meldung als Kriegsfreiwilliger, jedoch Abweisung aufgrund einer Herzschwäche |
| 1920–1933 | Karriere im juristischen Staatsdienst und Aufstieg bis zum Landgerichtsrat in München |
| 1924–1932 | Abgeordneter für die SPD im Bayerischen Landtag |
| 1930–1933 | SPD-Abgeordneter im Reichstag; mutige Stellungnahmen im Kampf gegen Hitler und die Nationalsozialisten |
| 1933/34 | Entlassung aus dem bayerischen Staatsdienst durch die Nationalsozialisten und abenteuerliche Flucht über das Karwendelgebirge nach Tirol, anschließend Exil in der Schweiz |
| 1945/46 | Einsetzung als Bayerischer Ministerpräsident durch die US-Militärregierung |
| 1946 | Einer der Väter der Bayerischen Verfassung |
| 1946–1970 | Abgeordneter für die SPD im Bayerischen Landtag |
| 1954–1957 | Bayerischer Ministerpräsident |