Seitenübersicht

Gustav von Kahr 

1920–1921 Bayerischer Ministerpräsident

1923–1924 Bayerischer Generalstaatskommissar

Hauptakteur der „Ordnungszelle Bayern“

Im März 1920 wird Gustav von Kahr auf Betreiben der Bayerischen Volkspartei (BVP) zum Ministerpräsidenten gewählt. Bayern will er fortan zur vermeintlichen „Ordnungszelle“ formen. Seine Macht stützt er auf die Einwohnerwehren, deren Aufbau er maßgeblich fördert.

Kahr verweigert sich der von der Reichsregierung auf Druck der Alliierten angeordneten Auflösung der Einwohnerwehren ebenso wie auch der Umsetzung einer Republikschutzverordnung nach der Ermordung des Zentrumspolitikers Matthias Erzberger. Im Konflikt mit der Reichsregierung verliert er den Rückhalt der BVP und tritt im September 1921 zurück. 

Im Krisenjahr 1923 beruft ihn die Bayerische Staatsregierung zum Generalstaatskommissar mit exekutiven Vollmachten.

Biogramm

18821888Studium der Rechtswissenschaften in München
18951900Tätigkeit im Bayerischen Staatsministerium des Inneren
1900Bezirksamtmann in Kaufbeuren
1902Erneute Berufung ins Bayerische Staatsministerium des Innern
1911Verleihung des persönlichen Adels
1912Staatsrat, Ministerialdirektor und Stellvertreter des Innenministers
1917Regierungspräsident von Oberbayern
19201921Bayerischer Ministerpräsident
19211923Erneut Regierungspräsident von Oberbayern
1923

Am 26. September Ernennung zum Generalstaatskommissar mit exekutiven Vollmachten durch die Bayerische Staatsregierung

Verfolgung von Plänen zur Absetzung der Reichsregierung und zur Errichtung eines „Reichsdirektoriums“

Am 8./9. November maßgebliche Beteiligung an der Niederschlagung des Hitler-Putsches

1924   

Im Februar Rücktritt als Generalstaatskommissar

Im Oktober Ernennung zum Präsidenten des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs 

1934Am 30. Juni Ermordung im KZ Dachau während der Röhm-Affäre