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Hermann Ehrhardt

Marineoffizier, Freikorpsführer, Gründer der Organisation Consul

Der Marineoffizier Hermann Ehrhardt beteiligt sich 1919 mit einem nach ihm benannten Freikorps an der Niederschlagung der Räterepublik in München. Ein Jahr später scheitert der von ihm mit angeführte Kapp-Putsch zum Sturz der Weimarer Republik. 

Anschließend flieht er nach Bayern. Hier gründet Ehrhardt unter dem Schutz des Münchner Polizeipräsidenten Ernst Pöhner die terroristische Organisation Consul. Mit Mordanschlägen auf führende Politiker will seine Organisation die Weimarer Republik destabilisieren. 

Ehrhardt steht in Kontakt zur frühen NS-Bewegung. Für den Aufbau der SA stellt er Ausbilder ab. Beim Putsch 1923 wendet er sich mit seinen Truppen gegen Hitler. Damit gilt Ehrhardt den Nationalsozialisten als Verräter und gerät ins politische Abseits. 

Biogramm

1899Eintritt in die Kaiserliche Marine
1904Teilnahme an der Niederschlagung der Aufstände der Herero und Nama in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia)
1917Beförderung zum Korvettenkapitän
1919Kampf unter anderem gegen die Räteherrschaft in Wilhelmshaven und die Räterepublik in München
1920Einer der Hauptprotagonisten des Kapp-Putsches in Berlin, anschließend Flucht nach München und Gründung der Organisation Consul
1921Ermordung des ehemaligen Reichsfinanzministers Matthias Erzberger durch die Organisation Consul am 26. August
1922

Am 4. Juni Mordanschlag durch die Organisation Consul auf den ehemaligen Reichsministerpräsidenten Philipp Scheidemann

Am 24. Juni Ermordung von Reichsaußenminister Walther Rathenau durch die Organisation Consul

Im November Verhaftung nach zwischenzeitlicher Flucht nach Ungarn 

1923

Im Mai Gründung des Bund Wiking als Nachfolgeorganisation der 1922 verbotenen Organisation Consul

Im Juli Flucht aus der Untersuchungshaft in Leipzig nach Tirol mit Unterstützung bayerischer Polizeistellen

Im September Rückkehr nach Bayern und Unterstützung Gustav von Kahrs bei dessen Plänen zum „Marsch auf Berlin“

Im November Positionierung gegen den Hitler-Putsch
 

1934Während der Röhm-Affäre Flucht vor der drohenden Ermordung durch die SS
1936Übersiedelung nach Brunn am Wald (Niederösterreich), Bewirtschaftung eines Familienguts