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Leo Baerwald 

Rabbiner in München und Gegner des Nationalsozialismus

Leo Baerwald ist nach dem Ersten Weltkrieg Gemeinderabbiner der Alten Hauptsynagoge von München an der Herzog-Max-Straße. Gegen den zunehmenden Antisemitismus wehrt er sich. 

1920 will er bei einer Versammlung Adolf Hitler öffentlich zur Rede stellen, wird aber von SA-Männern festgehalten und misshandelt. Im April 1921 stören Unbekannte einen seiner Vorträge. Beim Hitler-Putsch wird er als Geisel genommen. Baerwald kommt, wie alle anderen Geiseln, im Laufe des 9. November frei. 

Ab 1933 verstärken sich die antisemitischen Übergriffe gegen ihn, 1938 wird er ins KZ Dachau verschleppt. Baerwald gelingt mit seiner Familie 1940 die Emigration nach New York.

Biogramm

1899Umzug von Berlin nach München, aufgewachsen als Sohn eines Rabbiners in Breslau
1902Abitur am Münchner Wilhelmsgymnasium
19021905Studium der Philosophie an der Universität Breslau und der Universität Erlangen, mit Promotion
1911Nach dem Studium am Jüdisch-Theologischen Seminar in Breslau Ablegung des Rabbinatsexamens
191119142. Rabbiner an der Münchner Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße
19141917Feldrabbiner an der Westfront, Träger des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und des Bayerischen Militärverdienstordens 4. Klasse
Ab 1918Gemeinderabbiner der Münchner Hauptsynagoge
1923Geisel der Nationalsozialisten während des Hitler-Putsches
1938Festnahme und Verschleppung ins KZ Dachau während der Novemberpogrome
1940Emigration nach New York
Bis 1955     1. Rabbiner der jüdischen Einwanderergemeinde „Beth Hillel“ in New York                                                                                 
1965Verleihung des Bayerischen Verdienstordens
1969Auszeichnung mit der Medaille „München leuchtet“